Die Welt um mich herum in Fotos und Texten

Kategorie: Essen und Trinken (Seite 14 von 44)

An der Wursttheke

Meine Frau schickt mich einkaufen. Eine Aufgabe, die besonders an den Bedientheken diffizil ist. Auch wenn ich einen ausführlichen Zettel habe.

Ich nähere mich mutig der jungen Fleischereifachverkäuferin (im folgenden Ffv abgekürzt) und es entwickelt sich folgendes Gespräch.

Ich „Ich hätte gerne was von der Zungenwurst.“

Ffv „Welche darf es denn sein?“ und zeigt auf zwei verschiedene Sorten.

Neeeiiiinnn!!! Da ist sie wieder! Die Frage, die grundsätzlich nur Männer zu hören kriegen!

Aber diesmal bin ich mental vorbereitet und kontere „Ne, nicht so ein neumodisches Zeugs. Hier vorne, die ganz normale Zungenwurst möchte ich.“

Ffv (pikiert) „Aber dies ist eine besondere Wurst. Nach altem Bauernrezept hergestellt.“

Ich „Ne ne, nur keine Experimente. Ich möchte die hier.“

Ffv packt mir die gewünschte Menge ab „Sonst noch einen Wunsch?“

Ich „Hmm, ich sehe es nicht… Haben Sie noch Zunge geschnitten?“

Ffv „Hmm, weiß nicht… hier sehe ich nichts…“, wendet sich an die Kollegin nebenan, „Frau Meier, hast du Zunge?“

Frau Meier grinst dünn und streckt ihre Zunge raus „Ja, aber die brauche ich noch.“

Ffv (verwirrt) „Ja… äh… äh… ne, dann hamwa nix mehr. Haben Sie sonst noch einen Wunsch?“

Ich „Ja, ich hätte gerne noch etwas Salami.“

Ffv „Ich nehme an, da wollen Sie auch eher das klassische Sortiment?“

Ich (mit gespielter Entrüstung) „DAS habe ich jetzt auch verstanden!“

Ffv (wird puterrot) „Nein, so habe ich es doch nicht gemeint!“

Ich „Na, dann ist ja gut.“

Sie sucht nach meinen Angaben verschiedene Sorten zusammen und als sie Pfeffersalami auf den Stapel legt, sage ich ganz begeistert „Diese Pfeffersalami hatten wir schon mal, die ist aber verdammt pfeffrig.“

Ihre Hand zuckt wie vom Schlag getroffen zurück und sie sieht mich verunsichert an „Ja, da ist Pfeffer drin.“

Ich „Joh, lecker ist das.“ und grinse sie breit an.

Sie entspannt sich etwas „Noch einen Wunsch?“

Ich „Ne, danke. Das war’s für heute.“

Ich nehme meine Ware, wünsche einen schönen Tag und wende mich zum Gehen. Aus dem Augenwinkel sehe ich, wie die junge Fleischereifachverkäuferin in sich zusammensackt und Frau Meier besorgt zu ihr läuft.

Schantall ist tot, es lebe Amadeus

Nach gut 3,5 Jahren hat unser Piepei Schantall den Dienst eingestellt und piept nicht mehr. Da die Batterie eingegossen ist, kann ich sie nicht wechseln und muß das ganze Gerät zum Recycling geben.

Um jetzt etwas Kultur in die Küche zu kriegen, haben wir uns Amadeus gekauft. Er kann, im Gegensatz zu Schantall, drei Melodien spielen:

  • Der Vogelhändler für Weicheier
  • Rondo alla Turca für mittelweiche Eier
  • Eine kleine Nachtmusik für harte Eier

In leuchtendem Rot und mit freundlichem Notenschlüssel hat Amadeus seinen Platz im Kühlschrank gefunden.

 

Geburtstag 2014

Mein diesjährige Geburtstag stand eindeutig unter dem Motto „Fusel, Füller, Freude“.

Fusel: eine Flasche chilenischer Rotwein (Fair Trade), eine Flasche AC/DC Weißwein (selbst geschenkt), eine kleine Flasche Enzian (ob mir das schmecken wird?)

Füller: ganz klar das Hauptgeschenk, der Pelikan Special Edition „Sahara“

Freude: die DoppelCD Deep Purple – Copenhagen 1972, die Glückwunschkarte mit dem fröhlichen Biker drauf, Con$piracy, das neue (Arbeits)Buch von Richard Breuer und ein paar kleine Leckerchen.

Somit ist in nächster Zeit für Leib und Seele bestens gesorgt.

 

Todesdrohung, Chaos und kulinarische Köstlichkeiten

Am Jahresende findet das traditionelle Weihnachtsessen meiner Abteilung statt. Und wie letztes Jahr haben wir wieder den örtlichen Schnitzelbrater heimgesucht.

Um dem vorweihnachtlichen Verkehrsstreß in der Innenstadt zu entgehen, fuhr ich mit dem Bus dort hin. Eine Entscheidung, die wohl zwingend zu dem folgenden Erlebnis führen mußte. Denn kaum hatte ich Platz genommen, näherte sich mir ein älterer Herr und fragte mit Blick auf den leeren Sitzplatz neben mir „Darf ich?“. Mein freundliches „Ja, sicher“ ermutigte ihn, mir ein Gespräch aufzunötigen. „Bei uns gibt’s ja immer nur ’n künstlichen Baum“, meinte er und zeigte auf den Tannenbaum, den ein Mitreisender im Bus transportierte.

Na toll, eine Quatschbacke! Sowas kann ich ja gar nicht ab und ignoriere die Leute normalerweise durch hartnäckiges Schweigen oder ein undefinierbares Brummen. Aber da Weihnachten war, wollte ich nicht unhöflich sein, sondern informierte den Herrn freundlich „Ich möchte mich nicht unterhalten.“
„Sterben werden Sie! Einsam sterben! Jawoll, sterben, ganz einsam!“ blökte er daraufhin, erhob sich schnaufend, setzte sich auf der anderen Seite des Ganges neben eine Frau und fing an, diese über meine trostlose Zukunft zu informieren. Die Dame reagierte aber überhaupt nicht und so zog er sich brummend weiter nach hinten in den Bus zurück. Ob er da willigere Gesprächspartner fand, habe ich nicht gehört.

Im Restaurant angekommen, gab es Verwirrung und Hektik beim Personal, als ich fröhlich verkündete „Die 40 Leute zum Schnitzel futtern sind eingetroffen.“ – „Was? 40 Personen? Es sollen doch nur 30 kommen!“ Da wir aber vorher eine genaue Aufstellung über Anzahl und Art der Essen eingereicht hatten, ließ sich das Mißverständnis schnell ausräumen und zusätzliche Tische wurden eingedeckt.

Leider hat sich der Service in dem Laden nicht gebessert: erst nach fast einer Stunde hatte der letzte Kollege sein Essen vor sich stehen und diesmal war es selbst mir zu kalt. Die Bratkartoffeln standen mir durch etwas zuviel Fett doch vor dem Magen. Bäääähh!

Putenschnitzel mit Speck, Spiegelei und Bratkartoffeln

Daß es auch anders geht, zeigte sich einige Tage später beim Weihnachtsessen mit der Familie in einem anderen Restaurant. Obwohl der Laden brechend voll war, war das Essen schnell und heiß auf dem Tisch und nach nur einer Stunde haben wir die Lokalität satt und zufrieden verlassen.

Hirschgulasch mit gerösteten Semmelknödelscheiben

 

Die Butterdose

Von Zeit zu Zeit gibt es Sachen, die unvermutet auftauchen und einen an die Kindheit erinnern. So geht es mir mit dieser Butterdose meiner Eltern. Seit ich denken kann, wurde sie zuhause genutzt und es war immer eine heilige Handlung meines Vaters, die Butterreste dort rauszukratzen und ein neues Paket Butter reinzulegen.

Vor etlichen Jahren haben die Eltern ein anderes Geschirr gekriegt und ich mir die Dose gesichert. Seitdem stand sie im Keller, ganz hinten im Schrank. Jetzt habe ich sie wieder hervorgeholt und nutze sie in sentimentalem Gedenken an die Kindheit.

 

 

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