Ich brauche einen Termin beim Orthopäden. Da die Praxis telefonisch nicht zu erreichen ist, buche ich einen Termin über ihre Webseite.
Leider arbeiten sie seit Jahren mit der Doctolib Software und so weiß ich schon, was mich erwartet.
Direkt nach der Onlinebuchung kommt ein Mail „Ihr Termin wurde bestätigt“ inkl. Datum und Uhrzeit. Als Dateianhang gibt’s eine ICS Datei, die ich in den Kalender importieren könnte. Aber warum? Ich habe die Daten schon längst eingetragen.
Am Tag vor dem Termin ist wieder ein Mail im Posteingang „Erinnerung: Ihr Termin morgen…“ – „Ja, ich weiß“, denke ich „hab ich mir ja direkt aufgeschrieben.“
Der Doktor kommt bei meinen Beschwerden ins Grübeln „Hmm, das könnte Arthrose sein oder eine Kapselschrumpfung. Da brauche ich mal einen Blick rein. Ich überweise Sie zur Radiologie, MRT. Danach sehen wir weiter, welche Behandlung wir machen.“ (Warum reden Ärzte eigentlich dauernd im Pluralis Majestatis?)
Als ich auf der Webseite der Radiologie nach der Telefonnummer suche, springt mir direkt „Online Terminbuchung“ ins Auge. Allerdings arbeiten die auch mit Doctolib. Hätte ich mir ja denken können. Kommt man ja wohl kaum noch drum herum.
Aber sie treiben die Info-Belästigung ein ganzes Stück weiter: zuerst kommt natürlich die Terminbestätigung von Doctolib.
Kurz danach schreibt die Radiologie: „Danke für Ihre Terminbuchung. Um den Ablauf zu beschleunigen, füllen Sie bitte unseren Fragebogen aus und lesen Sie die Patienteninformation.“
Das scheint mir sinnvoll und so fülle ich alles aus. Zum Schluß wird es bei der Unterschrift etwas kniffelig. Was ich da über das TouchPad des MacBooks produziere, sieht meiner echten Unterschrift nur ganz, ganz entfernt ähnlich. Ob das im Zweifelsfall rechtlich anerkannt wird?
Das Absenden der Unterlagen wird mir dann per Email bestätigt.
Eine Woche vor dem Termin erhalte ich ein Mail über Doctolib „Sie haben in 7 Tagen einen Termin“. Joh, ist ja gut.
Am Tag vor dem Termin erhalte ich vormittags eine SMS von Doctolib „Terminerinnerung“. Jahaaa! Weiß ich, bin ja nicht blöd!
Gegen Mittag kommt eine SMS von einer unbekannten Nummer, die ich beinahe als Spam lösche: „Bitte bestätigen Sie Ihren Radiologie-Termin. Antworten Sie mit JA (Bestätigung) oder NEIN (Stornierung).“
Und als wäre das nicht schon Overkill genug, kommt nachmittags nochmal ein Email: „Sie haben morgen Ihren Termin“.
Leute!
Es reicht!
Echt!
Aus eigener beruflicher Erfahrung weiß ich, daß es immer Trottel gibt, die sich ihre Termine nicht oder falsch notieren. Die haben dann halt Pech und müssen sehen, wie sie klar kommen.
Deswegen aber den Großteil der Kunden permanent zu belästigen, geht gar nicht! Das schafft, zumindest bei mir und zusätzlich zur Nutzung von Doctolib, kein Vertrauen.
Und wer jetzt fragt, was denn an Doctolib so schlimm ist, lese mal im Kuketz-Blog nach: https://www.kuketz-blog.de/datenschutz-was-patienten-zu-doctolib-und-ihren-rechten-wissen-muessen/ und hier: https://www.kuketz-blog.de/doctolib-erst-die-patientendaten-jetzt-der-ki-ausbau-mit-nvidia/
Da rollen sich mir echt die Fußnägel auf!
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