51 Nord

Die Welt um mich herum in Fotos und Texten

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Erlebnis am Abend

Gestern Abend macht meine Frau mir Brote für die Arbeit. Dabei entwickelt sich folgende Situation.

Sie „Ich brauche noch eine Scheibe.“

Ich drehe mich um, hole das Gewünschte aus dem Schrank.

Sie „Wo ist denn der Verschluß von dieser Tüte?“

Ich „Keine Ahnung. Hast du doch gerade erst aufgemacht.“

Sie „Ist hier aber nicht.“

Ich „Ist er vielleicht runtergefallen?“

Wir suchen am Boden, räumen den Tisch komplett ab und fragen die Katzen, die gerne mit solchen Kleinteilen abzieht. Doch sie gucken nur verdutzt.

Meine Frau verzweifelt „Mensch, das kann doch nicht weg sein. Ich habe doch nur die Scheiben rausgeholt.“

Ich „Komm, nimm den Klips von der anderen Tüte. Die ist ja fast leer, da ist es egal.“

Sie „Grummel, grummel.“

Ich gehe ins Wohnzimmer, um dort aufzuräumen. Kurz darauf höre ich meine Frau in der Küche laut auflachen.

Ich „Ach, hast du das Teil gefunden?“

Sie „Gnihihi“

Ich gehe zurück und finde sie mit puterrotem Kopf lachend vor.

Sie „Jahaha, hier isses. Ich hab mich schon gewundert, warum das Brot so auf dem Brettchen kratzt.“

 

Auf dem Friedhof

Um meiner Gesundheit was Gutes zu tun (sprich: etwas Gewicht zu verlieren), habe ich beschlossen, in der Mittagspause spazieren zu gehen. Durch Zufall bin ich auf den Friedhof in der Nähe der Arbeit gegangen.

Was ich dort an monumentalen Grabstätten gesehen habe, ist einfach überwältigend! Einige unserer Vorväter hatten im 19. und beginnenden 20. Jahrhundert eine Bestattungskultur mit überlebensgroßen Figuren und dramatischen Szenen entwickelt.

Natürlich sind dies nicht die Gräber einfacher Bürger oder Arbeiter. So haben reiche Industrielle für sich und ihre Nachkommen einen Ort geschaffen, der dem Geschmack der damaligen Zeit entsprach. Einige der Grabstellen werden bis heute genutzt.

 

Band 2 und 3 meiner iPhoneography

Nach langer Zeit habe ich die Bände 2010 und 2011 meiner iPhoneography fertig gestellt. Es war eine umfangreiche und anstrengende Arbeit, aus meinem Fundus die besten Fotos rauszusuchen und für die Bücher zusammenzustellen. Aber es hat sich gelohnt: das Ergebnis ist wieder toll geworden.

Der Band von 2010 ist mit 66 Seiten das bisher dickste Buch geworden. Das liegt zum einen daran, daß ich mich an die Bearbeitungsprogramme gewöhnt hatte und immer mehr Motive um mich herum sah. Zum anderen wurde die Apps  weiterentwickelt und konnten die bearbeiteten Fotos in hoher Auflösung speichern.
Diese lassen sich im Buch dann ohne Qualitätsverlust seitenfüllend drucken, was ich auch gerne genutzt habe.

Der Band von 2011 hat nur noch den halben Umfang. Damals stieß ich wohl an die technischen Grenzen der iPhone 3G Kamera. Auch die teils wilden Farbenspiele der Fotoapps gefielen mir nicht mehr. Ich hatte aber noch keine Idee, was ich ändern konnte und so fiel die Ausbeute an Fotos geringer aus.

Beim Erstellen der Bücher war mir auch diesmal wieder die Firma cewe hilfreich, die sich auf die Verarbeitung digitaler Bilder spezialisiert hat.

Den Weltuntergang ausgenutzt

Samstag abend, 20:30 Uhr, während der wichtigsten Fernsehsendung der Woche, fiel bei uns der Strom aus. Und innerhalb von Minuten war klar, daß es nicht nur unsere Wohnung oder das Haus betraf, sondern den ganzen Stadtteil.

Im Hausflur trafen sich die Nachbarn und diskutierten aufgeregt. Die verwirrte Frau von oben war überzeugt, daß das der Weltuntergang wäre und ließ sich nicht beruhigen.

Ich stand währenddessen am Fenster und schaute in den Himmel. Ohne die Lichtverschmutzung draußen konnte ich dort oben die Abermillionen Sterne und die Milchstraße sehr gut erkennen. Ein Anblick, der mich an einen Familienurlaub in den Bergen erinnerte, als wir solch einen Anblick jeden Abend genießen konnten.

Und ich bedauerte die Stadtmenschen, die sich durch Dummheit dieses Wunder vorenthalten.

 

Eine weitere Geschichte von der Arbeit

In den vergangenen Jahren habe ich auf der Arbeit viele unglaubliche Dinge erlebt. Aber die Kollegen schaffen es immer wieder, die Latte noch ein Stückchen höher zu legen.

Gestern gab es den Auftrag, einen Strandkorb abzuholen. 20 Minuten nach dem vereinbarten Termin rief die Kundin aufgeregt bei uns im Büro an und schildert mir atemlos ihr Problem.

„Hören Sie mal,  Ihre Leute waren ja vorhin bei uns, den Strandkorb abholen. Ich war pünktlich, aber die waren so 10 Minuten zu früh da. Deswegen habe ich das nicht alles gesehen. Aber mein Nachbar hat es mir gerade erzählt, hier achten wir nämlich auf einander. Man weiß ja nie, wer durch die Gegend schleicht.

Ihre Mitarbeiter sind einfach in unseren Garten gelaufen und haben sich Äpfel genommen! Die sind wohl auch auf unseren Baum geklettert, denn der hat gewackelt. Dabei ist er nicht ganz stabil, der hätte schlimstenfalls abbrechen können! Und dann sind die Leute auch noch zu meinem Nachbarn in den Garten rüber und haben sich da auch Äpfel genommen. Als er sie verscheuchen wollte, sind sie frech geworden und haben gesagt, sie hätten alles Recht dazu.

Es geht uns ja gar nicht um die Äpfel. Wir haben so viele, die können wir gar nicht alle verbrauchen. Die geben wir gerne ab. Aber einfach selber nehmen geht doch nicht!

Na ja, die Herrschaften waren dann wohl auch nicht mehr gewillt, unseren Strandkorb mitzunehmen und haben gesagt, der wäre ja kaputt und sowas wollten Sie nicht.

Also wissen Sie, das ist keine Empfehlung für Ihre Firma. Sowas macht man einfach nicht!“

Endlich komme ich zum Zug und versuche die gute Frau zu beruhigen. Unser Standardhinweis in solchen Situationen ist, daß die Kollegen nicht unbedingt auf der Sonnenseite des Lebens stehen und einige soziale Defizite haben. Natürlich entschuldigt das nicht ihr Fehlverhalten, nimmt aber oft die Spannung aus der Sache. Ich verpreche der Kundin, den Chef zu informieren und bedanke mich für ihren Rückmeldung.

Als ich dem Chef Bericht erstatte, grinst er gequält. Zu ihrem Pech fahren die Kollegen in diesem Moment auf den Hof und werden von ihm mit den Worten „Was war denn da los?“ empfangen. Ohne zu wissen, welche Infos er hat, versuchen sie, sich wortreich aus der Sache herauszureden. Es wäre alles ganz anders gewesen, das Tor wäre offen gewesen, die Äpfel hätten im Gras gelegen und wären doch sowieso nur vergammelt, in den Baum wäre sie auch nicht geklettert und zum Nachbarn wären sie ja auch nicht frech gewesen. Das alles rettet sie natürlich nicht vor dem verdienten Donnerwetter, das sie schweigend und mit betretenen Gesichtern über sich ergehen lassen.

Nachdem der Chef noch einmal mit der Kundin Rücksprache gehalten hat, gibt er den Leuten die Anweisung, zurückzufahren, sich bei der Frau und ihrem Nachbarn zu entschuldigen und den Strandkorb mitzunehmen, egal, wie er aussieht.

Eine halbe Stunde später sind sie zurück, glücklich lächend, mit einer Tüte voll Pflaumen. „Die haben wir geschenkt gekriegt, weil wir uns entschuldigt haben.“ Na bitte, geht doch!

 

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