Die Welt um mich herum in Fotos und Texten

Kategorie: Beobachtungen (Seite 5 von 10)

Ich war DRAUSSEN!

Freitag, 23.04.2021, 14:46 Uhr
Ich trete vor die Haustür, um mir mal wieder dieses „Draußen“ zu gönnen. Macht man ja viel zu selten im Moment.

Auf dem Parkplatz beim Discounter:
Ein mageres Männlein mit Baskenmütze parkt seinen großem Mercedes Combi auf einem „für Eltern mit Kindern“ markierten Parkplatz.
Ein Mann im dicken BMW hält direkt vorm Eingang des Geschäfts und eine Frau läd ihren Einkauf gemütlich in den Kofferraum.
Dieses „Draußen“ ist schon interessant.

An der Supermarktkasse titelt eine „Zeitung“ mit großen grellen Buchstaben „Heimlich mit Einsperr-Gesetz beschlossen. Gilt ab heute. TOTALES NACHTREISEVERBOT IN GANZ DEUTSCHLAND“.
Tja…

Die Tankstelle meines Vertrauens bietet pro getanktem Liter Benzin 1% Rabatt auf eine Wagenwäsche. Das trifft sich gut, das Auto ist noch voll Winterdreck.
Das „Draußen“ entpuppt sich als immer toller!

Meine Tankstelle bietet jetzt auch Apple Pay an. Geht doch!

15:57 Uhr:
Nach einer Stunde „Draußen“ muß ich sagen, das war toll, das mache ich bestimmt noch einmal!

Ich bin wach

12:00 Uhr
Ich bin wach, gewaschen und angezogen.
Das NAS und der Saugroboter sind im Moment aktiver als ich.

Und das sagt viel über meine Pläne für den heutigen Tag.

12:58 Uhr
Der Kaffeedurst treibt mich vom Sofa hoch.
Ich schleppe mich in die Küche.

Das Leben ist mal wieder so maßlos anstrengend.

13:35 Uhr
Die Waschmaschine läuft.
So bewegt sich wenigstens etwas in den nächsten 90 Minuten.

16:01 Uhr
Der Paketbote reißt mich vom Sofa.
Er bringt die neuen Linklike Classc 2 In-Ears. Das belebt meine Geister und kurbelt den Kreislauf an.

22:51 Uhr
Ich höre Pink Floyd – Delicate Sound Of Thunder (2019 Remaster) und bin total begeistert von dem knackigen, trockenen Bass von Guy Pratt!

So ist der Tag doch nicht ganz verloren.

Der erste Schnee

Im Park haben sich fünf Mütter mit ihren Kindern an einem flachen Abhang versammelt.

Die Kleinen rodeln mit lautem Geschrei den Miniberg hinunter und haben mächtig Spaß.

Die Frauen stehen am Rand, quatschen miteinander und überwachen die wuselige Meute.

Abstand? Schutzmasken? Fehlanzeige.

 

„Ach, immer dieses Corona… Die Kinder müssen raus, sich bewegen. Und die haben sich heute morgen so über den Schnee gefreut!“

Konversation

Hoch im Norden Deutschlands lebt das Volk der Ostfriesen. Vom harten Leben an der Meeresküste geprägt, beschränken sie sich beim Reden auf das unbedingt Nötige.

So ist folgender Dialog typisch für die Bewohner dieses Landstrich:

Moin. – Moin.
Und? – Muss.
Joh. – Ne?
Joh. – Moin.
Moin.

Damit ist alles gesagt und jeder geht seines Weges. Jedes weitere Wort wird als Gesabbel verurteilt und disqualifiziert den Sprecher auf Lebenszeit für weitere Kommunikation.

Wichtige Erkenntnisse

Ich habe in der Coronazeit ein paar Erkenntnisse gewonnen, die mich nicht unbedingt überrascht, aber doch sehr erfreut haben:

  • ich langweile mich nicht, wenn ich nicht zur Arbeit muss.
    Das war mir grundsätzlich aus jedem Urlaub schon klar, aber diesmal war ein Ende ja erstmal nicht abzusehen.
    Anfangs hatte ich Sorge, daß mir die Zeit lang werden würde, aber schnell habe ich mich umgestellt und lange vernachlässigte Sachen gemacht: Bücher- und Musik-Datenbanken aktualisiert, mehrere Bücher gelesen, Briefe geschrieben, stundenlang Musik gehört.
  • meine Frau und ich streiten uns nicht, auch wenn wir tagtäglich zusammen sind.
    Wenn man die ganze Zeit zusammen in der Wohnung hocken muss, kann es leicht zu Reibereien kommen. Wir haben aber viel gemeinsam gemacht (Gartenarbeit, Fernsehen, kochen und backen) und uns dabei gegenseitig unterstützt und ergänzt.

Das läßt mich noch mehr auf die in ein paar Jahren erreichte Rentenzeit hoffen.

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