Die Welt um mich herum in Fotos und Texten

Kategorie: Beobachtungen (Seite 5 von 9)

Ich bin wach

12:00 Uhr
Ich bin wach, gewaschen und angezogen.
Das NAS und der Saugroboter sind im Moment aktiver als ich.

Und das sagt viel über meine Pläne für den heutigen Tag.

12:58 Uhr
Der Kaffeedurst treibt mich vom Sofa hoch.
Ich schleppe mich in die Küche.

Das Leben ist mal wieder so maßlos anstrengend.

13:35 Uhr
Die Waschmaschine läuft.
So bewegt sich wenigstens etwas in den nächsten 90 Minuten.

16:01 Uhr
Der Paketbote reißt mich vom Sofa.
Er bringt die neuen Linklike Classc 2 In-Ears. Das belebt meine Geister und kurbelt den Kreislauf an.

22:51 Uhr
Ich höre Pink Floyd – Delicate Sound Of Thunder (2019 Remaster) und bin total begeistert von dem knackigen, trockenen Bass von Guy Pratt!

So ist der Tag doch nicht ganz verloren.

Der erste Schnee

Im Park haben sich fünf Mütter mit ihren Kindern an einem flachen Abhang versammelt.

Die Kleinen rodeln mit lautem Geschrei den Miniberg hinunter und haben mächtig Spaß.

Die Frauen stehen am Rand, quatschen miteinander und überwachen die wuselige Meute.

Abstand? Schutzmasken? Fehlanzeige.

 

„Ach, immer dieses Corona… Die Kinder müssen raus, sich bewegen. Und die haben sich heute morgen so über den Schnee gefreut!“

Konversation

Hoch im Norden Deutschlands lebt das Volk der Ostfriesen. Vom harten Leben an der Meeresküste geprägt, beschränken sie sich beim Reden auf das unbedingt Nötige.

So ist folgender Dialog typisch für die Bewohner dieses Landstrich:

Moin. – Moin.
Und? – Muss.
Joh. – Ne?
Joh. – Moin.
Moin.

Damit ist alles gesagt und jeder geht seines Weges. Jedes weitere Wort wird als Gesabbel verurteilt und disqualifiziert den Sprecher auf Lebenszeit für weitere Kommunikation.

Wichtige Erkenntnisse

Ich habe in der Coronazeit ein paar Erkenntnisse gewonnen, die mich nicht unbedingt überrascht, aber doch sehr erfreut haben:

  • ich langweile mich nicht, wenn ich nicht zur Arbeit muss.
    Das war mir grundsätzlich aus jedem Urlaub schon klar, aber diesmal war ein Ende ja erstmal nicht abzusehen.
    Anfangs hatte ich Sorge, daß mir die Zeit lang werden würde, aber schnell habe ich mich umgestellt und lange vernachlässigte Sachen gemacht: Bücher- und Musik-Datenbanken aktualisiert, mehrere Bücher gelesen, Briefe geschrieben, stundenlang Musik gehört.
  • meine Frau und ich streiten uns nicht, auch wenn wir tagtäglich zusammen sind.
    Wenn man die ganze Zeit zusammen in der Wohnung hocken muss, kann es leicht zu Reibereien kommen. Wir haben aber viel gemeinsam gemacht (Gartenarbeit, Fernsehen, kochen und backen) und uns dabei gegenseitig unterstützt und ergänzt.

Das läßt mich noch mehr auf die in ein paar Jahren erreichte Rentenzeit hoffen.

Tag 4 zuhause

Morgens erhalte ich zufällig die Info, daß es im nahen Rewe Klopapier gibt. Bis ich da bin, ist aber schon alles weg. Wenigstens kann ich normales Mehl kaufen.

Danach versuche ich noch im Netto und in 3 Aldi Läden mein Glück, nirgendwo gibt es Klopapier oder Zewas.

Am Supermarkt steht eine lange Schlange Kunden, es ist nur begrenzter Einlass. Mich dort einzureihen, dauert mir jedoch zu lang und so fahre ich wieder.

In allen Läden kleben am Boden vor den Kassen rote oder schwarz-gelbe Linien, um den Kunden das gegenseitige Abstandhalten zu erleichtern. Hinweisschilder bitten zum Schutz der Kassiererinnen um Bezahlung per Karte.

Die Straßen sind so leer wie sonntags. Busse fahren zwar, es sitzen aber fast keine Fahrgäste drin. Die Leute müssen jetzt die hinteren Türen zum Ein- und Aussteigen nutzen, der Fahrer ist durch Planen und Querstangen abgetrennt. So wollen die Stadtwerke ihre Mitarbeiter vor Ansteckung schützen und den Fahrbetrieb so lange wie möglich aufrecht erhalten.

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