Die Welt um mich herum in Fotos und Texten

Kategorie: Beobachtungen (Seite 2 von 9)

Sonntagspaziergang

Der Nachbar verputzt den Sockel seines Hauses.

Am Straßenrand steht ein schwarzer VW Bus. Das linke Vorderrad ist mit einer Parkkralle blockiert.

An der Eingangstür des Krankenhaus hängt ein großes Schild „Rauchen nur im Innenhof!“. Drei ältere Frauen mit Trombosestrümpfen sitzen daneben auf einer Holzbank und rauchen.

Vor der Kirche steht eine paar Leute. Einer erzählt mit weit ausholenden Bewegungen „…dann stellte sich raus, daß keins der Häuser im Dorf eine Baugenehmigung hatte. Da haben sie alles einfach pauschal genehmigt. War einfacher, als das ganze Dorf abzureißen…“

Im Park (mit der instax mini Evo gemacht)

Im Park sitzen zwei Radfahrer auf einer Bank und rauchen stillschweigend.

Ein Stück weiter hält ein Radfahrer an, stellt einen Coffee-to-Go Becher auf einer Bank ab, kramt aus dem Rucksack ein Buch und macht es sich in der Sonne gemütlich.

Ein junges Pärchen spielt auf einer Wiese Federball.

Vor der Sparkassenfiliale hält ein Polizeiwagen an. Während der Fahrer sitzen bleibt, steigt die Beifahrerin aus, geht in den Kassenraum und kommt nach kurzer Zeit wieder heraus. Der Wagen fährt weiter.

Im Zoofachgeschäft

Ich habe meinen Einkaufswagen voll geladen und schlendere zur Kasse. Dort steht ein junger Mann mit einem etwa kniehohen, wuscheligen Mischlingshund und fragt die Kassiererin „Haben Sie das (hmhmhm) Hundefutter, das soll eine neue Sorte sein?“

„Ja, das vegane Hundefutter ist da rechts im zweiten Gang.“ Der Mann zieht mit dem Hund im Schlepptau ab.

Mooooment! Was war das? Veganes Hundefutter?

Vor meinem geistigen Auge springt Mario Barth aus dem Gang und brüllt „VEGANES HUNDEFUTTA? Alta, wat is los mit dir? Det issn Hund, n Raubtier… Raubtier? Kennze? Kennze? Mach das Vieh vonne Leine und et zerreiß allet, vom süßen Kaninchen bis zum Elefanten! Dat issn Monster, ne reißende Bestie! Altaaa, veganes Hundefutta? Ik gloob et nich!“

Ich schüttle kurz den Kopf, murmele „Veganes Hundefutter, echt?“ und lege den großen Stapel Katzenfutter mit Fisch, Kaninchen, Reh, Lachs, Lamm und Multifleisch aus meinem Einkaufswagen auf das Band.

Leute gibt’s, unfassbar!

Erlebnisse im Garten

In der Nachbarschaft wird Geburtstag gefeiert. Man sitzt an einer langen Tafel im Garten. Lachen, das Klappern von Geschirr und seichte Gespräche klingen herüber.

Ich warte darauf, daß das Ganze in ein Psychodrama umkippt, das aus der Feder Ingmar Bergmanns stammen könnte.

Gegenüber raschelt es stark im Gebüsch. „Was ist das denn?“ wundert sich meine Frau.

Ich rufe „Hier spricht die Polizei! Kommen Sie aus dem Gebüsch!“ Nichts passiert. „Kommen Sie mit erhobenen Händen raus! Sie sind umstellt! Wir machen von der Schusswaffe Gebrauch!“ Das Rascheln entfernt sich schnell.

„Martin! Das kannst du doch nicht machen!“ tadelt mich meine Frau. „Wieso? Zumindest da ist jetzt Ruhe.“

Spaziergang

Bei schönem Wetter mache ich einen Spaziergang durch den Park.

Die Vögel zwitschern, Hummeln brummen um die Blumen, vom Himmel hört man leise Flugzeuggeräusche. Es ist sehr entspannend.

Und dann kommt mir Herr Wichtig entgegen. Das Smartphone in der Hand, natürlich den Lautsprecher aktiviert, telefoniert er lautstark mit seiner Frau. Man hört ihn durch den ganzen Park.

Als er auf meiner Höhe ist, deute ich auf sein Gerät und sage „Schöne Grüße!“. Er ist aber so ins Gespräch vertieft, daß er es gar nicht bemerkt.

Wie kann man sich den Genuß der Natur nur so sinnlos verderben?

Spaziergang im Schnee

In der Nachbarschaft wird ein Haus saniert. Die Rolladen vor den Fenstern sind herunter gelassen, der Schein von Lichtern dringt durch die Ritzen. Ich höre das dumpfe Hämmern von schwerem Gerät. Die Nachbarn werden begeistert sein!

Im Park liegt viel, sehr viel gelber Schnee. Ich laufe Slalom.

Nebel und Schnee (mit Hipstamatic fotografiert)

Drei Frauen mit Hunden unterhalten sich lautstark. „Ich lasse ihn erstmal nicht von der Leine.“ – „Ja, der muss erstmal merken, wo er jetzt hin gehört.“ – „Aber sonst ist er echt ein freundliches Tier, voll verschmust.“

Aus dem Nebel tauchen zwei junge Paare auf. Die Männer schieben Kinderwagen, während die Frauen sie dabei mit dem Smartphone filmen.

Eine ältere Frau spricht mich an. „Können Sie ein Foto von mir machen? Das geht so schlecht selbst.“ Sie reicht mir ihr Smartphone „Einfach in der Mitte drauf drücken.“ Während ich ihr den Gefallen tue, liegt mir auf der Zunge zu sagen „Gerne mache ich ein Selfie von Ihnen.“

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