Die Welt um mich herum in Fotos und Texten

Kategorie: Arbeit (Seite 23 von 47)

Enten auf Abwegen

Große Aufregung zur Mittagszeit: eine Ente watschelte mit ihren Küken auf unseren Hof und bei den benachbarten Schreinern in die Halle. Glücklicherweise waren die unterwegs und ihre Maschinen liefen nicht.

Von allen Seiten riefen nun die Kollegen „Wir müssen die Enten retten. Die finden doch nie den Weg zum Wasser.“ Harte Kerls, legalen und illegalen Drogen nicht abgeneigt, langjährige Erfahrungen mit Polizei, Staatsanwälten und Knast, hatten Tränen der Rührung in den Augen. „Ruf doch mal im Tierheim an oder die Feuerwehr oder Polizei! Da muß doch jemand helfen können.“

Gesagt, getan. Beim Tierheim lief nur ein Anrufbeantworter und die Feuerwehr verwies mich ans Ordnungsamt. Dort wollte der nette Mitarbeiter nochmal im Tierheim nachhören.

Minuten später kam sein Rückruf „Das Tierheim will dafür nicht rauskommen. Sie sollen die Enten vorsichtig vom Gelände scheuchen. Die Mutter darf nicht wegfliegen, dann sind die Küken verloren.“

Diese Information weckte in den Kollegen ungeahnte Kräfte: da der örtlich Fluß nur über mehrer Straßen zu erreichen ist, sollten die Enten eingefangen und per Auto transportiert werden. Mit aufgespannten Decken trieb man die Federviecher langsam zusammen und setzten eins nach dem anderen in einen großen Umzugkarton. Die Aktion dauerte über 30 Minuten, da die Tiere nicht so wollten wie sich unsere Jungs das vorstellten. Endlich war es geschafft. Deckel zu und die kleine Familie wurde zum Gewässer gebracht.

Hinterher gab es ausgiebige Manöverkritik. Fest steht, daß die nächsten Enten innerhalb von 10 Minuten gefangen und reisefertig sind. Also rein theoretisch…

Diese Geschicht beweist erneut, wenn man persönlich betroffen ist, können die Kollegen extrem sorgfältig und ideenreich arbeiten, haben Ausdauer und es passiert weder Mensch und noch Tier etwas.

 

Es geschehen doch noch Wunder!

Endlich! Nach Jahren der Jammerns, Argumentierens und Bettelns bei der Geschäftsführung durften wir unseren großen LKW verkaufen!

Abgesehen davon, daß der Wagen ein totaler Fehlkauf war und damals von einer anderen Abteilung angeschafft wurde, hat uns das Teil über die Jahre mehr gekostet als genutzt.

Mehrmals haben Kollegen versucht, den Aufbau abzureißen (bei 3,55m Höhe kommt man nicht unter einer 3,10m hohen Brücke durch), es konnte nur ein Kollege mit Führerscheinklasse 3 bzw. C1 damit fahren, der Wagen war völlig untermotorisiert (90 PS) und der Verbrauch grottig (25 l/100km in der Stadt).

Heute nun sind wir den Klotz am Bein im Austausch gegen ganz viele Euro losgeworden. Juchuuu!!!

 

 

Einem geschenktem Barsch…

Eine Kollegin hat heute zur Feier ihres Geburtstag einen ausgegeben und ich habe diesen Nachtisch abgestaubt: Quark, eine Art Kirschcreme und darunter Müsli.

Bestimmt mit viel Liebe gemacht, aber eine gewöhnungsbedürftige Mischung. Nun gut, es sättigt, soviel kann ich sagen. Und brav bedankt habe ich mich auch. Man weiß ja, was sich gehört.

 

Heute im Büro

Vormittags kommt der Anruf einer Kundin rein: „Sie haben bei mir Möbel besichtigt und ich möchte jetzt einen Termin zur Abholung absprechen.“

Ich suche die Unterlagen raus, blättere unser Auftragsbuch durch: „Also, ich hätte da am nächsten Freitag noch was frei.“
Die Dame am anderen Ende lacht gequält auf: „Hören Sie, ich bin Kölnerin.“
Etwas verwirrt denke ich „Ja und? Was hat das mit Freitag zu tun?“, sage aber „Kein Problem, wir könnten auch um 13 Uhr kommen. Da haben Sie genug Zeit für die Anfahrt.“
Ein gequältes Aufstöhnen am anderen Ende und dann sehr vorwurfsvoll „Aber da ist doch Karneval! Altweiberfasnacht!“
Jetzt fällt bei mir der Groschen. Aber ich reagiere bewußt falsch: „Och, das macht nichts. Wir arbeiten trotzdem.“
Sie (genervt): „Ja, SIE vielleicht! ICH jedenfalls nicht! Ich bin dann in der Altstadt unterwegs. Wie sieht es in der Woche danach aus? So Montag oder Dienstag?“

Na, Schätzeken, komm mir nicht so! Ist da kein Karneval mehr? „Tja, am Montag ist dann ja, äh,  Rosenmontag…“ (gedehnt, dabei ausgiebiges Papierrascheln) „… da machen wir nur eingeschränktes Programm, hmm…“ (noch mehr Papierrascheln) „… da müssen wir auf die Schnapsleichen unter den Kollegen Rücksicht nehmen.“ Diesen Seitenhieb kann bzw. darf ich mir einfach nicht verkneifen! Aber sie reagiert nicht oder hat die Gemeinheit nicht mitgekriegt.

Wir finden am Dienstag etwas Passendes und so kann ich der guten Frau doch noch ihren Wunsch erfüllen.

Falsches Handwerkszeug

Heute morgen sprang einer unserer LKW nicht an. Alle Versuche mit Starthilfe oder anrollen am Berg fruchteten auch nichts. Also beschlossen die Kollegen, den defekten Wagen vorsichtig zur Werkstatt zu schleppen.
Als Zugmaschine sollte unser 7,5 Tonner dienen, die Verbindung wurde durch eine Abschleppstange hergestellt.
Fahrer 1: „Das kriegen wir hin. Mit 10 durch die Stadt, da kann nix passieren!“
Fahrer 2: „Die Abschleppstange ist schon recht kurz, ich sehe nur eine weiße Wand vor mir.“
Lagermeister: „Holt lieber einen Abschleppwagen. So ein LKW ist kein PKW und wenn der Motor nicht läuft, geht auch die Lenkung nicht richtig.“
Fahrer 1: „Ach was, das schaffen wir. Es muß nur noch einer mit, dann können die zu zweit lenken.“
Lagermeister: „Holt lieber einen Abschleppwagen…“

Doch die Kollegen waren mit großem Getöse dabei, ihre Fahrt vorzubereiten. Wie immer haben drei gearbeitet und 15 laut diskutierend daneben gestanden.

Kurz darauf ging es los und im selben Moment hörte ich ein unangenehmes, blechernes Geräusch und ein vielstimmiges „Uuuuhhh!“
Lagermeister (verzweifelt): „Warum hört denn keiner auf mich?“

Beim Verlassen des Geländes mußte der 7,5 Tonner bremsen, der Kollege im gezogenen Wagen konnte mangels Bremskraftverstärker nicht reagieren und rutschte hinten drauf. Dabei verkantete sich die Abschleppstange und das „Gespann“ blockierte für gut 30 Minuten Bürgersteig und Busspur.
Die beiden Fahrer kamen kleinlaut zurück und baten uns, nach einem Spezialabschleppdienst zu suchen.

Auf den ersten Blick scheint der Schaden nicht so schlimm zu sein, aber Genaueres wird die Werkstatt feststellen.

Foto mit Instagram bearbeitet

 

 

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