Die Welt um mich herum in Fotos und Texten

Kategorie: Arbeit (Seite 18 von 47)

Todesdrohung, Chaos und kulinarische Köstlichkeiten

Am Jahresende findet das traditionelle Weihnachtsessen meiner Abteilung statt. Und wie letztes Jahr haben wir wieder den örtlichen Schnitzelbrater heimgesucht.

Um dem vorweihnachtlichen Verkehrsstreß in der Innenstadt zu entgehen, fuhr ich mit dem Bus dort hin. Eine Entscheidung, die wohl zwingend zu dem folgenden Erlebnis führen mußte. Denn kaum hatte ich Platz genommen, näherte sich mir ein älterer Herr und fragte mit Blick auf den leeren Sitzplatz neben mir „Darf ich?“. Mein freundliches „Ja, sicher“ ermutigte ihn, mir ein Gespräch aufzunötigen. „Bei uns gibt’s ja immer nur ’n künstlichen Baum“, meinte er und zeigte auf den Tannenbaum, den ein Mitreisender im Bus transportierte.

Na toll, eine Quatschbacke! Sowas kann ich ja gar nicht ab und ignoriere die Leute normalerweise durch hartnäckiges Schweigen oder ein undefinierbares Brummen. Aber da Weihnachten war, wollte ich nicht unhöflich sein, sondern informierte den Herrn freundlich „Ich möchte mich nicht unterhalten.“
„Sterben werden Sie! Einsam sterben! Jawoll, sterben, ganz einsam!“ blökte er daraufhin, erhob sich schnaufend, setzte sich auf der anderen Seite des Ganges neben eine Frau und fing an, diese über meine trostlose Zukunft zu informieren. Die Dame reagierte aber überhaupt nicht und so zog er sich brummend weiter nach hinten in den Bus zurück. Ob er da willigere Gesprächspartner fand, habe ich nicht gehört.

Im Restaurant angekommen, gab es Verwirrung und Hektik beim Personal, als ich fröhlich verkündete „Die 40 Leute zum Schnitzel futtern sind eingetroffen.“ – „Was? 40 Personen? Es sollen doch nur 30 kommen!“ Da wir aber vorher eine genaue Aufstellung über Anzahl und Art der Essen eingereicht hatten, ließ sich das Mißverständnis schnell ausräumen und zusätzliche Tische wurden eingedeckt.

Leider hat sich der Service in dem Laden nicht gebessert: erst nach fast einer Stunde hatte der letzte Kollege sein Essen vor sich stehen und diesmal war es selbst mir zu kalt. Die Bratkartoffeln standen mir durch etwas zuviel Fett doch vor dem Magen. Bäääähh!

Putenschnitzel mit Speck, Spiegelei und Bratkartoffeln

Daß es auch anders geht, zeigte sich einige Tage später beim Weihnachtsessen mit der Familie in einem anderen Restaurant. Obwohl der Laden brechend voll war, war das Essen schnell und heiß auf dem Tisch und nach nur einer Stunde haben wir die Lokalität satt und zufrieden verlassen.

Hirschgulasch mit gerösteten Semmelknödelscheiben

 

Eigentlich logisch

Diese Sachen stehen seit der gestrigen Wohnungsauflösung im Lager zum Verkauf bereit.

Auf den ersten Blick mag man fragen, was der Blödsinn soll. Aber wenn man sich mal mit den Behältern beschäftigt, wird es plötzlich völlig logisch:

  • die Rocher Dose wird in dieser Ausführung von Ferrero nicht mehr angeboten, ist also historisch wertvoll
  • die Salatdosen von McDonalds sind, nach den Stoffasern und Haaren drin zu urteilen, wohl zur Aufbewahrung von gebrauchten Schlübbern genutzt worden, also für manchen bares Gold wert.

Fazit: die Kollegen sind doch nicht so doof, wie es auf den ersten Blick scheint.

Eine weitere Geschichte von der Arbeit

In den vergangenen Jahren habe ich auf der Arbeit viele unglaubliche Dinge erlebt. Aber die Kollegen schaffen es immer wieder, die Latte noch ein Stückchen höher zu legen.

Gestern gab es den Auftrag, einen Strandkorb abzuholen. 20 Minuten nach dem vereinbarten Termin rief die Kundin aufgeregt bei uns im Büro an und schildert mir atemlos ihr Problem.

„Hören Sie mal,  Ihre Leute waren ja vorhin bei uns, den Strandkorb abholen. Ich war pünktlich, aber die waren so 10 Minuten zu früh da. Deswegen habe ich das nicht alles gesehen. Aber mein Nachbar hat es mir gerade erzählt, hier achten wir nämlich auf einander. Man weiß ja nie, wer durch die Gegend schleicht.

Ihre Mitarbeiter sind einfach in unseren Garten gelaufen und haben sich Äpfel genommen! Die sind wohl auch auf unseren Baum geklettert, denn der hat gewackelt. Dabei ist er nicht ganz stabil, der hätte schlimstenfalls abbrechen können! Und dann sind die Leute auch noch zu meinem Nachbarn in den Garten rüber und haben sich da auch Äpfel genommen. Als er sie verscheuchen wollte, sind sie frech geworden und haben gesagt, sie hätten alles Recht dazu.

Es geht uns ja gar nicht um die Äpfel. Wir haben so viele, die können wir gar nicht alle verbrauchen. Die geben wir gerne ab. Aber einfach selber nehmen geht doch nicht!

Na ja, die Herrschaften waren dann wohl auch nicht mehr gewillt, unseren Strandkorb mitzunehmen und haben gesagt, der wäre ja kaputt und sowas wollten Sie nicht.

Also wissen Sie, das ist keine Empfehlung für Ihre Firma. Sowas macht man einfach nicht!“

Endlich komme ich zum Zug und versuche die gute Frau zu beruhigen. Unser Standardhinweis in solchen Situationen ist, daß die Kollegen nicht unbedingt auf der Sonnenseite des Lebens stehen und einige soziale Defizite haben. Natürlich entschuldigt das nicht ihr Fehlverhalten, nimmt aber oft die Spannung aus der Sache. Ich verpreche der Kundin, den Chef zu informieren und bedanke mich für ihren Rückmeldung.

Als ich dem Chef Bericht erstatte, grinst er gequält. Zu ihrem Pech fahren die Kollegen in diesem Moment auf den Hof und werden von ihm mit den Worten „Was war denn da los?“ empfangen. Ohne zu wissen, welche Infos er hat, versuchen sie, sich wortreich aus der Sache herauszureden. Es wäre alles ganz anders gewesen, das Tor wäre offen gewesen, die Äpfel hätten im Gras gelegen und wären doch sowieso nur vergammelt, in den Baum wäre sie auch nicht geklettert und zum Nachbarn wären sie ja auch nicht frech gewesen. Das alles rettet sie natürlich nicht vor dem verdienten Donnerwetter, das sie schweigend und mit betretenen Gesichtern über sich ergehen lassen.

Nachdem der Chef noch einmal mit der Kundin Rücksprache gehalten hat, gibt er den Leuten die Anweisung, zurückzufahren, sich bei der Frau und ihrem Nachbarn zu entschuldigen und den Strandkorb mitzunehmen, egal, wie er aussieht.

Eine halbe Stunde später sind sie zurück, glücklich lächend, mit einer Tüte voll Pflaumen. „Die haben wir geschenkt gekriegt, weil wir uns entschuldigt haben.“ Na bitte, geht doch!

 

Wohnungsdeko aus der Hölle

Immer wieder bringen die Kollegen von Wohnungsauflösungen Sachen mit, bei denen sich meine Augen schmerzhaft mit Tränen füllen.

Wie kann man sich solche Abscheulichkeiten in die Wohnung hängen? Nicht nur, daß es Staubfresser sind, nein, sie beleidigen doch auch jedes noch so rudimentäre Schönheitsempfinden!

Selbst wenn es Urlaubserinnerungen sind, mit der Zeit hat man doch andere Orte besucht und neue Eindrücke gewonnen. Da muß man doch mal ausmisten und umdekorieren.

 

Gefärbte Haare

Die Kolleginnen unterhalten sich im Büro angeregt darüber, wann und warum sie ihre Haarfarbe gewechselt haben.

Ich schleiche mich ran und steige in das Thema ein: „Ach, das kann ich so gut verstehen: Früher hatte ich dunkelblonde Haare, aber das paßte einfach nicht zu meinem Typ. Deswegen habe ich sie mir weiß gefärbt.“

Mich treffen die verwirrten Blicke der Damen und die männlichen Kollegen rutschen vor Lachen fast vom Stuhl.

 

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