Die Welt um mich herum in Fotos und Texten

Kategorie: Arbeit (Seite 16 von 47)

Die Welt ist gut zu uns

Es gibt ja doch viele gute Menschen dort draußen. Immer wieder erhalten wir Spenden von sozial eingestellten Bürgern, sogar aus dem Ausland.

So bekamen wir gestern zwei Geldspenden: ein netter Mann aus China bot uns 21,5 Millionen Euro und ein Mitarbeiter der UBS Bank aus London hielt 15 Millionen Britische Pfund für uns bereit.

Was uns aber am meisten bewegt, ist das heutige Angebot über 9,2 Millionen USD aus Kenia. Ein Land, in dem bekanntlich Leid, Hunger und politische Unruhen herrschen bietet dem eigentlich reichen Deutschland solch eine  große Summe Geld an.

Da kommen einem doch echt die Tränen!

Nach Rücksprache mit der Geschäftsleitung werden wir diese mildtätigen Gaben gerne annehmen und im Sinne der großzügigen Wohltäter nutzen. Und selbstverständlich schließen wir sie in unser tägliches Nachtgebet ein. Das ist das Mindeste, was wir für diese edlen Spender tun können.

Die besten Entschuldigungen

So unglaublich es sein mag, aber die folgenden Aussagen sind im Laufe der Jahre wirklich so gemacht worden, ich habe nichts hinzugefügt!

  • Heute Nacht sind alle Sicherungen der Wohnung durchgeknallt, da ist der Radiowecker nicht angegangen. Deswegen habe ich verschlafen.
  • Bei meinem Radiowecker haben sich die Frequenzen verstellt, da habe ich nichts gehört.
  • Ich habe gestern bei einem Umzug geholfen und mußte dauern in die 4. Etage. Da habe ich jetzt ganz dolle Wadenkrämpfe und kann nicht arbeiten kommen.
  • Ich war auf dem Weg zum Bus, als ich plötzlich unerträgliche Ohrenschmerzen gekriegt habe. Die strahlen sogar bis in den Kopf aus. Ich gehe jetzt zu Arzt.
  • Ich konnte meine Sicherheitsschuhe nicht anziehen, weil mein Hund reingepinkelt hat.
  • Ich kann an dem Seminar nicht teilnehmen, weil ich Raumangst habe.
  • Ich komme später, weil ich mir erst noch die Schuhe zubinden muß.
  • Ich kann mit der linken Hand nicht arbeiten, ich kriege die Uhr nicht ab.
  • Ich komme heute nicht, ich muß meinen Hund trösten, der ist gestern gebissen worden.
  • Ich hatte meinen Tabak vergessen und dann hat es sich nicht mehr gelohnt, arbeiten zu kommen.
  • Meine Frau hatte mich eingesperrt, deswegen konnte ich nicht zur Arbeit kommen.
  • Mein Kind hat die Nacht nicht geschlafen.
  • Wenn ich bis 8:30 nicht komme, nehme ich einen freien Tag.
  • Mein Freund hat mir am Samstag einen kleinen Hund geschenkt. Den kann ich doch nicht so lange alleinlassen. Kann ich nicht schon um 14 Uhr Feierabend machen?
  • Ich habe mich verspätet, weil mein Vogel im Käfig von der Stange gefallen ist.
  • Ich habe gestern auf dem Nachhauseweg einer Mutter beim Rausheben vom Kinderwagen aus dem Bus geholfen und mir dabei den Rücken gezerrt. Da muß ich erst mal zum Arzt. (Der Kollege war im Vormonat nur 5 Tage anwesend und zeigt allgemein mangelnden Arbeitswillen.)
  • Ich konnte nicht pünktlich kommen, weil ich erst Pipi machen und Kaffee trinken mußte. Und dann müssen ja auch noch meine Wellensittiche gefüttert werden. Da kann man doch nicht vorher wissen, wie lange das dauert.
  • Der Bus war so voll, da paßte ich nicht mehr rein. Da mußte ich auf den nächsten warten, deswegen komme ich zu spät.
  • Ich bin zu spät, weil ich nicht auf einem LKW mitfahren wollte. (Pause) Aber ich hätte auch pünktlich kommen können und das sagen können, oder?
  • Ich konnte letzte Woche nicht arbeiten kommen, weil ich ein neues Gebiss gekriegt habe.

Kommentar von Wolle am 28.Februas 2015 um 17:38 Uhr

Hallo Martin,
wenn ich von Dir nicht wüsste, dass alle Äusserungen so getätigt wurden, könnte ich es kaum glauben! Würde mich interessieren wie diese durch den Chef aufgenommen wurden( so als Anregung für mich, hi hi…..)

Qualitätsmedien

Manchmal, ganz selten, haben wir Qualität auf Lager. Unter all dem Kitsch und Gammel finden sich hin und wieder echte Perlen. Und wer will behaupten, daß eine Doku über Star Trek keine filmische Perle ist?

Weihnachtliches Gelage, Teil 1

Nachdem die Weihnachtsfeiern der Firma die letzten Male eher suboptimal gelaufen waren, haben wir dieses Jahr ein anderes Restaurant besucht.

Im Vorfeld gab es ein paar Probleme mit unserem Termin und auch bei der Vorauswahl der Essen war man etwas unwillig, aber es hat sich gelohnt:

Neben der unvermeidlichen Sättigungsbeilage standen Schnitzel und Bratkartoffeln auf dem Plan. Alles von freundlichen, schnellen Bedienungen serviert und vor allem heiß und reichlich!

Die Kollegen waren begeistert. So war der Start in die Weihnachtstage gesichert.

Menschen gibt es…

Gestern nachmittag, kurz vor Feierabend, sitze ich in der Firma gerade gemütlich auf dem Klo und sinniere vor mich hin, als ich vor der Tür Stimmen höre. Jemand drückt von draußen die Klinke runter.

„Toll“, denke ich, „hat mal wieder jemand nicht gelesen, daß draußen ‚Mitarbeitertoilette – Schlüssel im Büro‘ dran steht. Kein Schlüssel, kein freies Klo!“

Und wie zum Beweis randaliert die Person draußen kräftig rum: Gerüttel am Türgriff, Pochen gegen die Tür und Rufe wie „Mach hin, mach Klo frei, wohl eingeschlafen“ schallen mir dumpf entgegen.

Ich habe keine Eile, schließlich gibt es im Haus noch andere Toiletten für die Kollegen. Die Putzfrau kann es auch nicht sein, die ist mit ihrer Arbeit fertig und hat sich schon von uns verabschiedet. Ein „IST BESETZT“ zu brüllen, ist mir auch zu anstrengend; ich bin schon im Feierabendmodus. Der Kollege wird schon merken, daß sein Drängen vergebens ist.

Aber nein, man nervt draußen weiter rum und stört so meine Meditation. Also richte ich meine Kleidung, wasche gründlich die Hände (Hygiene muß sein!) und öffne die Tür. Vor mir stehen eine junge Frau und ein kleines Mädchen. Da diese Toilette auch ausnahmsweise von Kunden benutzt werden darf, bin ich darüber nicht erstaunt. Wohl aber über die rabiate Art der Dame und so entfährt mir ein erbostes „Wie sind Sie denn drauf?“

Statt einer Antwort oder der Bitte um den Toilettenschlüssel, schiebt sie die Kleine an mir vorbei „Weg, das Kind muß auf’s Klo“, drängt mich hecktisch raus und drückt die Tür gegen meinen Arm. Sowas liebe ich!

Ich „Hör’n Sie mal, das ist ein Firmenklo, da können Sie nicht so drauf“

Sie „Raus, raus, das Kind muß“ und fummelt an der Kleidung des Mädchens rum, das die Szenen mit großen Augen verfolgt.

Ich „Hey, hier ist für Mitarbeiter, da dürfen Sie nicht hin.“ Das stimmt natürlich nicht, aber einen Versuch ist es wert.

Sie „Ich darf das. Gehn Sie weg, das Kind, das Kind…“

Erfahrungsgemäß kommt man bei uneinsichtigen Menschen oft mit lauter Stimme weiter und so brülle ich jetzt „Was ist das denn für asoziales Benehmen?“

Sie blickt mich mit funkelnden Augen an und keift zurück „Asozial sind Sie, weil Sie hier arbeiten.“

Ooooh, Fräulein, falsch, gaaaanz falsch! Auch wenn hier sehr viele einfache, gestrauchelte und von der Gesellschaft vergessene Menschen arbeiten, dieser Spruch geht eindeutig zu weit! Jetzt geht es nicht mehr um mich, sondern um die von meine Kollegen, die trotz aller Fehler das Herz am rechten Fleck haben. Die trotz körperlicher und seelischer Einschränkungen, trotz Gefährdung durch Drogen und Alkohol, trotz drohender Gefängnisstrafen täglich ihr Bestes geben und die Firma am Laufen halten.

Und auf diese Menschen lasse ich nichts kommen!

Für den Bruchteil einer Sekunde schießt mir ein frauenfeindlicher Spruch durch’s Hirn, aber dann entgegne ich gefährlich ruhig „Ok, wenn Sie keinen Schlüssel haben, schließe ich jetzt die Tür von außen ab und Sie können gucken, wie Sie wieder rauskommen.“

Sie „Machst du das, dann rufe ich die Polizei, dann mache ich hier voll das Geschrei. Wirst du schon sehen!“

Ich schließe die Tür, stecke den Schlüssel ins Schloß, klappere damit betont laut rum, als würde ich wirklich abschließen und gehe kopfschüttelnd in unsere Büro zurück.

Ein paar Minuten später kommt ein Kollege rein „Da am Fenster vom Klo ruft eine Frau um Hilfe. Die ist wohl dort eingeschlossen.“

Ich sage ihm, daß die Tür offen sei und ein beherzter Griff an die Klinke sehr helfen würde. Kurz darauf stürmt die Dame in unser Lager, ruft „Der Mann ist ja wohl völlig verrückt“ und verschwindet schnellstens mit Kind und Kegel.

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