Die Welt um mich herum in Fotos und Texten

Kategorie: Allgemein (Seite 20 von 37)

Kinder, Rente, Arbeit

Nach welchen seltsamen Weltvorstellungen muß ein Ehepaar eigentlich Kinder in die Welt setzen? Man wird ja immer seltsam angesehen, wenn man kinderlos ist und muß Gründe dafür darlegen.

Ich kann mich lebhaft an eine Situation in der Schule erinnern. Die Lehrerin fragt, wer später alles heiraten und Kinder haben wolle und ich war der Einzige, der nicht aufzeigte. Als ich auf ihre Frage nach den Gründen sagte „Es leben doch schon genug Menschen auf der Welt“ wurde ich von der ganzen Klasse ausgelacht. Eine Diskussion über meine Aussage fand nicht statt und ich dachte nur „Sind die echt so blöd und denken nicht mal ein bißchen nach?“

Heutzutage wird man bei solchen Äußerungen direkt mit der Rentenkeule geprügelt „Wer soll denn mal deine Rente zahlen? Willst etwa auf Kosten der Allgemeinheit leben? Schmarotzer!“

Ich meine, bei über 7 Milliarden Menschen auf der Welt und Millionen Flüchtlichen (ob aus wirtschaftlichen oder politischen Gründen) sollte es doch für eine Nation möglich sein, genügend Bürger anzulocken, um ein ordentliches Rentenwesen finanzieren zu können.

Oder ist es vielleicht doch so, daß es gar nicht genug Erwerbsarbeit für alle gibt? Und daß viele, die arbeiten können, gar nicht für die angebotene Arbeit qualifiziert sind? Daß sie nur „einfache“ Tätigkeiten ausführen können, die aber schon vor Jahren in sogenannte Billiglohnländer ausgelagert wurden?

Solange es z. B. billiger ist, Nordseekrabben nach Marokko zu schippern, dort schälen zu lassen, zurückzubringen und dabei immer noch einen Gewinn einzufahren, wird hierzulande keiner Hand anlegen. Da müßte man ja noch Geld mitbringen, um gegen diese Konkurrenz zu bestehen.

So können die Arbeitgeber die Löhne drücken. Die Arbeitnehmer werden weiter billige Produkte kaufen, weil sie zuwenig Geld für ordentliche Ware haben. Und dadurch die Situation der Billigarbeiter festschreiben. Gewinnen wird dabei keiner.

 

Aufregung im Haus

Gestern nachmittag hörte meine Frau hinter dem Haus Stimmen und wunderte sich, weil es ja noch zu früh für Gartenarbeiten ist.

Ein Blick nach draußen brachte Klarheit: dort turnte ein Polizist auf einer Leiter herum, kletterte auf den Balkon der Nachbarin in der ersten Etage und klopfte lautstark an das Fenster. „HALLO! HÖREN SIE MICH? HIER IST DIE POLIZEI!“

Auch im Treppenhaus waren Klopfen und Rufen zu hören. Besorgt ging meine Liebste raus und fragte nach der Ursache.

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Am Pfandautomat

Die Maschinen zum Abgeben des Pfandguts sind eine wahre Ausgeburt der Hölle: sie stinken, machen unheimliche Geräusche und oft wollen sie mich betrügen.

So auch gestern wieder: ich stelle zwei Kästen mit Leergut rein und erwarte 6,60€ Pfand. Der Automat druckt 4,95€ aus. 

Also schelle ich nach einem Mitarbeiter. Denn dafür ist an exponierter Stelle eine Klingel angebracht, die auch deutliche Abnutzungserscheinungen zeigt. 

Nach einem kurzen Moment erscheint ein junger Mann aus den Tiefen des Ladens und sieht mich erwartungsvoll an. 

Ich „Ich habe zwei volle Kästen Limo eingestellt, aber der Automat hat viel zu wenig berechnet.“

Er, nach einem kurzen prüfenden Blick auf die Leergutsammlung „Joh, das stimmt. Ich mache Ihnen einen neuen Bon.“  Und gibt mir einen Zettel über 9€.

Ich “ Ähm, junger Mann. Das ist jetzt aber zuviel. Das sind doch nur 6,60€!“

Er „Nö, zwei Kästen und die Flaschen macht 9€. Stimmt schon.“

Ich, zweifelnd „Na ja, wenn Sie meinen…“ und überlege, ob sich vielleicht das Pfand des Herstellers geändert haben. Aber am Regal der Limo steht immer noch der bekannte Preis von 3,30€ pro Kasten. 

Also gehe ich noch einmal zum freundlichen Mitarbeiter „Das Pfand ist doch nur 3,30€.“

„Ja,“ sagt er „ist mir dann auch eingefallen. Aber ist schon ok so, ist ja schon gebucht.“

Ich, ungläubig „Wirklich?“

Er „Ja ja, das ist ok.“

Ich bedanke mich und mache mich auf den Weg zur Kasse, wo die Summe anstandslos von meiner Rechnung abgezogen wird. 

Hallo Welt!

Nach über sieben Jahren, die dieses Blog bei verschiedenen kostenlosen Blogspace-Anbietern gehostet war, wird es ab heute auf meiner eigenen Domain laufen. Mit allen Vor- und Nachteilen.

Die alten Einträge werde ich nach und nach rüberkopieren. Außerdem werden das Katzenblog und mein Blog über Füller und Notizbücher hier reinfließen.
Da ich fast alles mit dem iPhone fotografiere und die Einträge meist auch dort erstelle, ist dieser Schritt für mich nur logisch.

Über eine thematische Trennung mache ich mir dann noch Gedanken.

Mal wieder im Wartezimmer

Ich bin etwas zu früh dran und muß noch im Wartezimmer Platz nehmen. Neben mir sitzt eine alte Dame mit ihrem Sohn. Sie ist recht unruhig, seufzt und stöhnt viel. Er hat den Arm um ihre Schulter gelegt und spricht mit sanfter Stimme beruhigend auf sie ein. Ich kann nicht verhindern, das Gespräch mitzubekommen.

Dame „Das ist aber voll hier.“

Sohn „Ja, da müssen wir halt warten. Der Arzt kommt sicher gleich.“

Dame „Ich war aber die Erste.“

Sohn „Ne, Mutter, da sind noch zwei vor uns dran.“

Kurze Pause.

Dame „Ach, eigentlich kann ich doch zuhause bleiben. Du kannst mich doch pflegen.“

Sohn „Ne, das geht nicht. Ich bin doch den ganzen Tag auf der Arbeit.“

Dame „Aber so ein Heim ist doch so teuer! Ich will nicht, daß ihr das zahlen müßt.“

Sohn „Mach dir da mal keine Sorgen, das kriegen wir schon hin.“

Dame „Ich sollte besser in ein Hospiz gehen.“

Sohn „Das ist aber wesentlich teurer…“ Aus dem Augenwinkel bemerke ich, daß er versucht, ein Grinsen zu unterdrücken.

Dame (ungläubig) „Ach ja?“

Sohn (mit amüsiertem Unterton) „…und außerdem stirbst du doch gar nicht. Da nimmt dich kein Hospiz.“

Während der ganzen Zeit spielt das Praxisradio „Queen – Who Wants To Live Forever“. Es gibt Dinge im Leben, die kann man sich nicht ausdenken!

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