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Vor gut zwei Jahren las ich auf Bluesky die Klage einer amerikanischen Autorin, daß ihr preisgekrönter Roman aus öffentlichen Bibliotheken entfernt würde, weil er schädlich für jungen Menschen sei.

Da ich in der Vergangenheit öfter gute Bücher durch direkten Kontakt mit Autoren gefunden habe, dachte ich mir, dies wäre eine sehr gute Gelegenheit, mein erstes englisches Buch zu lesen. Zwar lese ich schon seit über 20 Jahren englische Blogs und Webseiten, aber ein Roman ist doch etwas ganz anderes.

Allerdings stellte sich der Kauf des Buches doch als schwieriger heraus, als gedacht. Amazon hatte es wohl im Angebot (ja, ich weiß, „böser Herr Bezos“ und so…), aber die Lieferzeit sollte mindestens 6 Monate betragen. Zufällig fand ich aber eine Ausgabe bei Medimops, meinem Händler für gebrauchte Medien.

Na ja, es hat sich dann herausgestellt, daß ich auch auf die Lieferung von Amazon hätte warten können. Denn nachdem das Buch vor mir lag, dauerte es zwei Jahre, bis ich es dann gelesen habe.

Buch Little Badger.
Das Buch ohne Schutzumschlag, das farblich passende Lesezeichen habe ich selbst reingeklebt.

Die Geschichte handelt von zwei Jugendlichen: Nina ist anfangs 9 Jahre alt und wird im Laufe der Geschichte 16. Oli ist ein etwa 15 jähriger Teenager.

Das klingt jetzt erst mal nicht besonders, aber Nina gehört zum Stamm der Lipan Apache und Oli ist ein Tiermensch. Seine wahre Gestalt ist eine Wassermokassinotter und er kann sich jederzeit in einen Menschen verwandeln. Der Hintergrund ist also indianisch mythologisch.

Nina ist besorgt um ihre Großmutter, die auf einem riesigen, wilden Stück Land in Texas wohnt. Ein seltsamer Nachbar treibt sich dort rum, unerklärliche Vorkommnisse verwirren Nina und ein Tornado bedroht das Anwesen.

Oli wurde von seiner Mutter verstoßen, ein völlig normaler Vorgang bei jugendlichen Schlangen. So muß er in einer Welt voller Monster, missgünstiger Nachbarn und anderer Tiermenschen eine neue Heimat und Freunde finden. Als einer seiner Freund lebensgefährlich erkrankt, macht sich Oli trotz großer Angst auf den Weg in die Welt der Menschen, um dort Hilfe zu finden.

Der Roman nimmt langsam Fahrt auf, wechselt zwischen Ninas Erlebnissen und Oli, der seine Geschichte aus der Ich-Perspektive erzählt. Erst auf der Hälfte des Buches treffen beide Teenager aufeinander und kurz vor Ende kommt es zum alles entscheidenden Kampf.

Nachdem ich mich schnell an den englischen Schreibstil gewöhnt hatte, habe ich über 80% der Worte erkannt und 100% der Geschichte verstanden. Während des Lesens einzelne Worte nachzuschlagen, habe ich mir erspart, weil ich dadurch aus dem Fluß gekommen wäre. Nur Olis englischen Namen „Cottonmouth“ habe ich übersetzt, was dann Sätze wie „es sieht immer sehr dumm aus, wenn ich mit offenem weißem Mund dastehe“ erklärte.

Was mich etwas verwirrt hat, war eine seltsame Zeichensetzung bei direkter Rede über mehrere Absätze im Text hinweg. Dabei wurde jeder einzelne Absatz durch Anführungsstriche eingeleitet, aber am Ende fehlten sie. Erst dachte ich an Druckfehler, da es jedoch immer wieder vorkam, scheint es im englischen (amerikanischen) normal zu sein.

Fazit: mir hat das Buch sehr gut gefallen und ich überlege, ob ich mir noch andere Romane von Darcie kaufe. Die Geschichte ist spannend erzählt und ich sehe nirgendwo eine Gefährdung für Kinder und Jugendliche. Dafür braucht man wahrscheinlich auch einen etwas beschränkten Geist.

English version

Being lazy this was translated with DeepL.com (free version) and only little editing by me

A little over two years ago, I read on Bluesky about an American author complaining that her award-winning novel was being removed from public libraries because it was harmful to young people.

Since I have often found good books in the past through direct contact with authors, I thought this would be a very good opportunity to read my first English book. Although I have been reading English blogs and websites for over 20 years, a novel is something entirely different.

However, buying the book turned out to be more difficult than I thought. Amazon had it on offer (yes, I know, “evil Mr. Bezos” and all that…), but the delivery time was at least six months. By chance, I found a copy at Medimops, my favorite dealer for used media.

Well, it turned out that I could have waited for the delivery from Amazon after all. Because once I had the book in front of me, it took me two years to start reading it.

The story is about two teenagers: Nina is 9 years old at the beginning and turns 16 during the course of the story. Oli is a teenager of about 15.

That may not sound like much at first, but Nina belongs to the Lipan Apache tribe and Oli is an animal person. His true form is a cottonmouth snake and he can transform into a human at any time. The background is therefore of Native American mythology.

Nina is worried about her grandmother, who lives on a huge, wild piece of land in Texas. A strange neighbour is hanging around there, inexplicable events are confusing Nina, and a tornado is threatening the property.

Oli has been rejected by his mother, which is completely normal for young snakes. So he has to find a new home and friends in a world full of monsters, jealous neighbours, and other animal people. When one of his friends falls seriously ill, Oli sets off into the world of humans to find help, despite his great fear.

The novel slowly picks up speed, alternating between Nina’s experiences and Oli, who tells his story from a first-person perspective. It is not until halfway through the book that the two teenagers meet, and shortly before the end, the decisive battle takes place.

After quickly getting used to the English writing style, I recognized over 80% of the words and understood 100% of the story. I didn’t bother looking up individual words while reading, because that would have broken my flow. I only translated Oli’s English name “Cottonmouth,” which then explained sentences like “it always looks very stupid when I stand there with my white mouth open.”

What confused me a little was the strange punctuation in direct speech across several paragraphs in the text. Each individual paragraph was introduced by quotation marks, but they were missing at the end. At first, I thought it was a printing error, but since it happened repeatedly, it seems to be normal in English (American).

Conclusion: I really liked the book and am considering buying other novels by Darcie. The story is told in an exciting way and I don’t see any danger for children and young people anywhere. You probably need a somewhat limited mind for that.