Die Welt um mich herum in Fotos und Texten

Autor: Martin (Seite 23 von 273)

Mal wieder im Supermarkt

Die etwas grobschlächtige Fleischereifachverkäuferin an der Wursttheke guckt mich abweisend an.

„Was darf’s denn sein, der Herr?“ presst sie bemüht freundlich hervor.

Ich: „Moin. Ich möchte 200g gemischten Aufschnitt.“

Sie: „Frischwurst?“

„Oh nein“, denke ich, „nicht schon wieder so eine.“

Überfreundlich flöte ich ihr „Aber nein, ich nehme auch sehr gerne die schimmelige von letzter Woche.“ entgegen.

Das verwirrt sie „Hä? Wat?“

„Aufschnitt! Gemischt! Möchte ich!“ sage ich betont langsam und deutlich.

Ihr Gesicht nimmt wieder den abweisenden Ausdruck an „Also Frischwurst.“

„Nein! GEMISCHTEN AUFSCHNITT!“

Von den umstehenden Kunden kommt zustimmendes Gemurmel.

Echt! Diese Fleischereifachverkäuferinnen legen es doch darauf an, ein Messer in die Brust zu kriegen.

Mehrfach.

Und sehr tief.

Und ich bin mir nicht sicher, ob es hinterher Zeugen für so eine Tat gäbe.

Mein Leben mit Musik, Teil 2 – Das Erwachen

Mit 14 Jahren bekam ich mein erstes eigenes Radio und einen Kassettenrekorder. Es gab damals im WDR „Mel Sandrock’s Hitparade“ und der Mann spielte all die tollen Songs von T-Rex, Sweet, Suzi Quatro, Rubettes und anderen. Mel hatte in jeder Sendung eine Oldie-Ecke, in der die Hörer (per Post) für Songs von Free, Jimi Hendrix, Janis Joplin, Chuck Berry und anderen abstimmen konnten.

Ich habe immer versucht, alle Songs aufzunehmen. Das war recht schwierig, weil die Sendung lief, wenn wir Abendbrot aßen. Mit einem Ohr am Lautsprecher, beiden Händen auf den Tasten des Rekorders, mußte ich gleichzeitig essen und den Gesprächen der Eltern und meiner Schwester folgen. Schwierig, sehr schwierig, aber irgendwie hat es funktioniert.

Kassettenrekorder
(Den Kassenttenrekorder hat Vater über 40 Jahre lang aufgehoben und das Ding lief bis zuletzt einwandfrei.)

Nach einiger Zeit hatte ich eine große Sammlung Kassetten. Und ich kaufte mir sogar zwei Alben: „Jesus Christ Superstar“ und ein Best Of von „Middle Of The Road“.

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Malen im Mai

Stark angefangen und dann stark nachgelassen.

Da habe ich wohl den Spaß an der Sache verloren. Sowas kommt halt vor. 🤷‍♂️

Fehlalarm

Vorhin, ich wusele gerade etwas durch die Wohnung, schreit meine Frau erschrocken auf.

„Dein iPhone macht Krach! Was hat es denn?“

Ich sehe nach und entdecke einen Cell Broadcast auf dem Display.

Ein kurzer Schreck, bis ich die Meldung genau und mit Brille lese.

Daß wir gute 60km von der Warnregion entfernt waren, entspannt uns, macht es aber nicht besser.

WarnApps und Cell Broadcast sind ja sehr gute Dinge. Aber zu viele Warnungen, dann nicht eintretende Gefahren (speziell Unwetter, Sturm und Starkregen) und auch solche Fehlwarnungen lassen (zumindest bei mir) die Akzeptanz in die Warnsysteme stark sinken.

Es erinnert mich an die Fabel von Aesop, in der ein Hirte aus Langeweile immer „Hilfe, ein Wolf!“ schreit. Solange, bis die Dorfbewohner ihm nicht mehr zur Hilfe eilen und dann wirklich ein Wolf kommt und seine Schafe reißt.

Ich glaube, daß das nicht im Sinne aller Beteiligten ist.

Letzte Arbeitstage

Aktuell habe ich die letzten Arbeitstage vor der Rente. Also eigentlich Urlaub, aber da noch einige Dinge zu klären sind, gehe ich hin und wieder für ein paar Stunden ins Büro.

Und während alle mich beglückwünschen und um die Freiheiten der kommenden Rentenzeit beneiden, bin ich mir da gar nicht so sicher.

Fast 45 Jahre meines Lebens hatte ich täglich ein Ziel: das Arbeitschaos gut überstehen, die Woche überleben, das Wochenende genießen, Vorfreude auf den nächsten Urlaub.

All das fällt jetzt weg. Wobei es um den Verlust des Arbeitschaos nun wirklich nicht schade ist. Das hat mir immer viel Kraft geraubt. Und auch das frühe Aufstehen und bei jedem Wetter aus dem Haus zu müssen werde ich absolut nicht vermissen.

Aber bisher sehe ich kein neues Ziel im Leben. Natürlich habe ich zahlreiche Hobbys und Interessen. Da ich denen aber jetzt immer und sofort nachgehen kann, ist es nichts besonderes mehr, kein Ausgleich zur Arbeit. Es ist Alltag geworden. Und das macht mich etwas ratlos.

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