51 Nord

Die Welt um mich herum in Fotos und Texten

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Vom Gehen

Gehen ist eine archaische Fortbewegungsart, über die man kaum nachdenkt (außer man ist durch Krankheit oder Behinderung eingeschränkt): ich stehe auf und gehe, wohin mich die Gedanken führen: in die Küche, einkaufen, zu Freunden oder spazieren; die Beine bewegen sich immer automatisch.

Dabei kann ich meinen Gedanken nachhängen, die Gegend beobachten, essen, trinken oder Gespräche führen: immer tragen mich meine Beine verläßlich zum Ziel.

In den letzten Jahren wunderte mich oft, warum ich beim Gehen so unruhig war, hin und wieder stolperte und außer Atem geriet. Bis mir auffiel, daß ich mir unbewußt einen schnellen Gang mit kurzen Schritten angewöhnt hatte. Der Grund dafür mag eine Fußverletzung gewesen sein, die mich lange beim Laufen behinderte.

Nachdem mir diese Veränderung klar geworden war, habe ich darauf geachtet, wieder Ruhe in meinen Gang zu bringen. Bewußt habe ich größere Schritte gemacht, dabei tief durchgeatmet und mich gezwungen, ruhiger zu laufen. Das war nicht immer einfach, oft mußte ich mich ermahnen, um nicht wieder in das falsche Muster zurückzufallen.

Inzwischen gelingt mir das ruhige Gehen sehr gut und so kennzeichnet wieder ein leichtes Schwanken, wie von einem Seemann an Land, mein Laufen.

Katzen sind Arschlöcher!

Montag morgen

Meine Frau weckt mich „Mußt du nicht aufstehen?“

Ein Blick auf den Wecker: 6:34 Uhr. Aaaaaaahhhh, verschlafen!

Während ich durch die Wohnung steppe, um mein Morgenprogramm zu absolvieren (waschen, anziehen, Katzen füttern, Katzenklo säubern, Arbeitstasche packen), liegen die Fellnasen auf dem Sofa und gucken mir gähnend zu.

Schönen Dank für die moralische Unterstützung!

Dienstag morgen

Ich habe Spätdienst und könnte bis 7:00 Uhr schlafen.

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Von Haien und Getränkeautomaten

Wir sitzen schweigend im Büro, jeder starrt auf seinen Bildschirm. Die Telefone schweigen, die Kollegen im Lager nebenan ausnahmsweise auch (was ein Wunder ist).

Nach langer Zeit holt Kollege Stefan tief Luft „Hmm, es werden mehr Menschen durch Getränkeautomaten erschlagen als von Haien getötet.“

Ich bin verwirrt über die Störung und mein Hirn braucht einige Zeit, die Information zu verarbeiten. „Ach was?“ entgegne ich dann.

„Ja,“ antwortet er, steht auf und stützt sich auf die Lehne seines Bürostuhls, „es sterben pro Jahr ca. 4 Menschen durch Haiangriffe, aber wesentlich mehr verrecken unter einem Getränkeautomaten.“

„Ok, das kann ich nachvollziehen“, meine ich gedehnt, „schließlich trifft man in unserer Kultur auch wesentlich öfter auf einen Getränkeautomaten als auf einen bissigen Hai.“

„Ne, ne, das stimmt nicht!“, schaltet sich Kollege Markus in das Gespräch ein. „Ich verweise da auf die bekannte Dokumentation ‚Sharknado‘, in der gezeigt wird, wie sich Haie auch an Land und in der Luft fortbewegen.“

„Tjaaa,“ überlegt Kollege Stefan, „vielleicht könnte man die Getränkeautomaten unter Wasser aufstellen, dann fallen sie nicht so schnell um.“

„Eine gute Idee. Wobei… auf dem Weg zum Getränkeautomaten werden ja dann wieder mehr Menschen von Haien getötet“, gebe ich zu bedenken.

„Das ist richtig,“ entgegnet Kollege Stefan, „träfe aber nur die Menschen, die sich nicht frühzeitig im Getränkehandel mit Getränken bevorratet hätten. Das wäre wohl unter ‚Nur die Harten kommen in den Garten‘ zu verbuchen.“

„Aber,“ wirft Kollege Markus ein, „wenn die Getränkeautomaten dann auf die Haie fallen, gleicht sich das ja wieder aus, dann wird das ja eine reine Null-Nummer.“

„Hmmm, ja“ nickt Kollege Stefan zustimmend und ich brumme „Joh, auch wieder wahr“.

Einen Moment herrscht tiefe Stille, dann drehen wir uns seufzend um und starren wieder auf unsere Monitore.

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