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Die Welt um mich herum in Fotos und Texten

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45 Jahre Burn

1974 war das Jahr, in dem es bei Deep Purple einen Bruch gab: mit David Coverdales (Gesang) und Glen Hughes (Bass, Gesang) kamen zwei neue Leute an Bord, die einen großen Einfluss auf den Sound der Band nahmen. Und das erste gemeinsame Album „Burn“ zeigte das sehr deutlich.

Ich erinnere mich, daß ich damals auch nach mehrfachem Anhören überlegte, ob das wirklich noch die Deep Purple waren, die ich lieben gelernt hatte.

Die Musik klang kälter, einige Songs hatten zu lang ausgespielte Enden, der verstärkte Einsatz eines Synthesizers und die neuen Stimmen lagen mir nicht so.

Auch heute denke ich ähnlich und die Alben der Mark III Formation finden selten den Weg in meine Ohren.

Andererseits gehört „Burn“ zu meinen Lieblingssongs, ein absoluter Kracher, der leider später nie wieder gespielt wurde. „Might Just Take Your Life“ und „Mistreated“ waren mein erster Kontakt mit Bluesrock, wobei letzteres nur zwei Jahre später von Blackmore mit seiner neuen Band Rainbow und dem unvergleichlichen Ronnie James Dio in genialer Art und Weise zelebriert wurde.

Morgens im Büro

Mein Kollege St. füllt wie jeden Morgen die Anwesenheitsliste aus. Das ist eine langwierige Arbeit, weil unsere Jungs es nicht so mit Pünktlichkeit haben und sich der Eine oder Andere auch gerne im Lager in den Ecken versteckt.

Daher muss man jeden Morgen einige Zeit aufwenden, um alle Schäfchen zu finden und vorschriftsmäßig zu notieren.

Heute ergab sich dabei folgendes Gespräch:

„Ist der Sepp schon da?“

„Joh, der sitzt draußen auf der Bank.“

„Man weiß nie, ob der nicht noch vom Vortag da sitzt. Der bewegt sich ja kaum den Tag über.“

„Mich würde auch nicht wundern, wenn der hier 3 Tage tot sitzt und keiner merkt es.“

„Ja, selbst vom Geruch her würde es nicht auffallen.“

Nun muss man Sepp zugute halten, dass er Hüfte hat und deswegen Schmerzmittel nimmt. Daher ist er nicht sehr belastbar und schläft öfters ein. Das entschuldigt aber nicht seinen Körpergeruch!

Spaziergang bei Schneefall

Gewonnene Erkenntnisse nach 60 Minuten Spaziergang bei Schneefall:

  1. Wenn Schneeflocken auf der Nase landen und dort schmelzen, kitzelt das ungemein
  2. Hunde markieren auch an Schneemännern
  3. Wenn die Nase vor Kälte läuft, dann läuft sie
  4. Auch die dickste Jacke ist irgendwann vom Schnee durchnässt. Spätestens dann sollte man zu Hause sein.

Morgens auf der Arbeit

8:00 Arbeitsbeginn
8:10 die Kollegen schütten sich den ersten Kaffee in den Kopf
8:15 Kaffee 2 und 3 folgen
8:20 einige Nachzügler treffen ein
8:30 noch mehr Nachzügler treffen ein
8:40 Kaffee 1 – 4 sind eingefüllt (je nach Ankunftzeit des Kollegen)
8:45 den Kollegen fällt auf, daß sie noch Arbeitsmaterial oder Ware laden müssen
8:50 hektisches Beladen des LKW
8:55 rasante Ausfahrt zum Kunden
9:00 geplanter Arbeitsbeginn beim Kunden
9:10 Ankunft beim Kunden

Jeden! Verdammten! Morgen!

Buchkritik: Andy Weir – Der Marsianer

Zwei erfolgreiche bemannte Flüge zum Mars gab es bisher. Jetzt halten sich die Astronauten von Ares 3 auf unserem Nachbarplaneten auf.

Am 6. Tag ihres Aufenthalts zieht ein schwerer Sandsturm auf und die NASA beschließt, die Mission aus Sicherheitsgründen abzubrechen. Während sich das Team zu seiner Fähre durchkämpft, wird der Astronaut Mark Watney von umherfliegenden Ausrüstungsgegenstände getroffen und stürzt. Seine Kameraden halten ihn für tot, da sie seine Leiche nicht finden und die Zeit drängt, starten sie ohne ihn.

Doch Watney hat überlebt! Und er versucht, in dieser feindlichen Umgebung weiter am Leben zu bleiben, Kontakt mit der Erde aufzunehmen und eine Möglichkeit zur Rückkehr zu finden.

Watney Kampf gegen die Zeit, seine Gedanken, technischen Basteleien und die chemischen Zusammenhänge schildert Andy Weir ausführlich in seinem ersten Roman, der auch als Vorlage für den gleichnamigen Film mit Mark Wahlberg diente.

Ich hatte vor einiger Zeit eine Leseprobe gefunden und war gespannt, wie der Roman weiter geht. Vorgestern habe ich das Buch erhalten: ein Wälzer von über 500 Seiten.

Selten habe ich so etwas spannendes gelesen! Weir spickt seine Geschichte mit vielen Einzelheiten zum Mars und der Erkundungsmission. Das ist jedoch niemals Selbstzweck, belehren oder ermüdend, sondern erklärt immer Watneys Motivation, Vorgehensweise oder warum etwas schief gehen muss (was oft vorkommt).

Nach kurzer Zeit war ich so gefesselt von der Geschichte, daß ich das Buch über Nacht, in einem durch, ausgelesen habe. Von mir eine klare Empfehlung für Leser, die sich für Technik, den Mars und Science Fiction interessieren.

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