51 Nord

Die Welt um mich herum in Fotos und Texten

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Viel Durst

„Schon wieder leer“.

Traurig gucke ich in meine Tasse.

„Du trinkst zuviel“, sagt das Känguru vorwurfsvoll.

„Als Bewohner trockener Landstriche kannst du da nicht mitreden.“

Ächzend stehe ich auf, schlurfe seufzend in die Küche und drücke im Vorbeigehen die Tür des Altpapierschrankes zu.

„Das Zeug müßte auch mal entsorgt werden,“ rufe ich ins Wohnzimmer, während ich mir frischen Tee eingieße. „Vielleicht könntest du das in deinem Beutel…“

„Vergiß es, Alter“, fällt mir das Känguru gelangweilt ins Wort.

Ich gebe auf

Jahrelang habe ich versucht, meine Daten so gut wie möglich zu schützen. Jede App und jedes Programm, die es unterstützt haben, durften ihre Daten auf meiner selbstgehosteten Nextcloud ablegen.

Sonntag morgen wurde mir das Update auf Version 16 angeboten. Angestoßen, gewartet, Fehlermeldung erhalten, kein Zugriff über den Browser. Toll!

Mit FileZilla konnte ich auf den Server zugreifen, wusste aber nicht, wo und wie sich der Fehler beheben ließ. Verschiedene Suchen im Internet halfen mir wenig weiter. Es war von irgendwelchen Konsolenbefehlen oder editieren von PHP Dateien die Rede.

In meinem Bekanntenkreis habe ich zwar den Nerdstatus, aber solche Dinge sind zu hoch für mich. Es ist etwas völlig anderes, ein Excel Makro aufzuzeichnen oder Tips und Tricks zu Software zu finden, als zu programmieren.

Nach einiger Suche fand ich auf meinem Server ein Backup der letzten Nextcloud Installation. Nachdem ich dieses und die Daten zurückgespielt hatte, konnte ich mich trotzdem nicht an der Nextcloud anmelden. Wieder verzweifeltes und vergebliches Suchen nach Abhilfe.

Dann beschloss ich, einfach die aktuellste Version zu installieren. Gut 20 Minuten später waren die Dateien hochgeladen, ich konnte mich anmelden und richtete Benutzer und Passwörter so wie vorher ein.

Allerdings meckerte dann mein Passwortmanager, als ich den neuen Link zur Synchonisierung der Datenbank eingab. Egal, was ich versuchte, immer gab das Programm eine Fehlermeldung „falscher Benutzer oder Passwort“ aus.

Im Endeffekt habe ich an dem Tag gut 10 Stunden meiner Lebenszeit sinnlos verschwendet, nur um zuletzt völlig frustriert festzustellen, daß das Problem meine Fähigkeiten übersteigt und ich einfach keine Lust mehr hatte, mich weiterhin damit rumzuschlagen.

Im Moment sieht es so aus, daß ich für verschiedene Apps Daten bei Dropbox speichere. Wo es möglich ist, verschlüssele ich diese mit Boxcryptor.

Am Fairphone werden Kontakte und Kalender nur noch lokal gespeichert, mit Backups auf die SD Karte.

Meine Frau synchronisiert ihre Kontakte und Kalender über iCloud und nutzt für andere Daten eine eigene Dropbox.

Um meine Daten zu schützen, muss ich sehr viel Arbeit aufwenden und Spezialwissen haben. Für beides fehlt mir aber die Zeit und die Kraft, da ich ja nicht nur einen Vollzeitjob und eine Familie habe, sondern auch noch einige andere Hobbys, die mich deutlich weniger Anstrengung kosten.

Ich fühle mich wie Don Quichotte beim Kampf gegen die Windmühlen. In diesem Fall sind das alle Firmen und Institutionen, die mit Geld und qualifizierten Mitarbeitern nach meinen Daten greifen. Ihr habt gewonnen, ich gebe an dieser Stelle auf.

Projekt 365 April

Die selbstgewählte Quarantäne in der Coronakrise behindert zwar die Motivfindung, aber ich kriege es jeden Tag hin.

 

Unsanft geweckt

Etwas stört meinen Schlaf!
…piep, piep…
Machen die Katzen Unfug?
…piep, piep…
Ne, das hört sich nicht so an.
…piep, piep…
Wie spät ist es überhaupt?
…piep, piep…
Oh, der Radiowecker ist dunkel. Ist wohl ein Stromausfall.
…piep, piep…
Aber das Geräusch, was zur Hölle ist das?
…piep, piep…
Meine Apple Watch zeigt 5:22 Uhr an.
…piep, piep…
Ok, ich sehe ja schon nach.
…piep, piep…
Gut, daß die Uhr eine eingebaute Taschenlampe hat.
…piep, piep…
Ich tappe durch die stockfinstere Wohnung.
…piep, piep…
Im Wohnzimmer blinkt die USV (= unterbrechungsfreie Stromversorgung, eine Notbatterie für Router und Server) und zeigt eine Restlaufzeit von 28 Minuten an.
…piep, piep…
Ok, dann fahre ich den Server lieber mal runter.
…piep, piep…
Und die USV schalte ich besser aus, nicht daß die Liebste auch noch wach wird… Endlich Ruhe!

Ein Blick aus dem Fernster zeigt, daß auch in der Umgebung Dunkelheit herrscht. Keine beleuchteten Fenster in den Häuser gegenüber, keine Straßenlaterne brennt, nur weit hinten sehe ich Lichtschein aus der Innenstadt.

Toll, da hat es wohl mal wieder unseren Stadtteil erwischt.

Projekt 365 März

Der 16. März war mein letzter Arbeitstag. Wegen Corona wurde die Firma (fast) komplett geschlossen, ich habe mich in die Wohnung zurück gezogen und bin sehr wenig raus gegangen.

Das hat die Motivfindung für das Projekt nicht unbedingt vereinfacht.

 

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