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Die Welt um mich herum in Fotos und Texten

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Buchkritik: Greg Bear – Die Darwin-Virus Romane

In den Alpen werden die Leichen eines Neandertalerpaares gefunden, deren totes Baby ein moderner Mensch ist. In Georgien entdecken UN Soldaten ein Massengrab mit Schwangeren, deren Föten genetische Merkmale aufweisen, die über die der Menschen hinausgehen. Gleichzeitig kämpfen Gesundheitsbehörden weltweit gegen ein Virus, das bei Schwangeren Fehlgeburten auslöst. Nach und nach finden Wissenschaftler heraus, daß zwischen dem Virus und der menschlichen Evolution ein Zusammenhang besteht.

Soweit hört sich die Geschichte spannend an. Was Greg Bear jedoch daraus macht, läßt sich für mich nicht lesen. Grundsätzlich liebe ich wissenschaftliche Science Fiction, aber diese Bücher sind einfach nicht mein Ding.

Durch „Das Darwin-Virus“ habe ich mich bis ungefähr Seite 70 durchgequält und dann aufgegeben. Die Geschichte kommt einfach nicht in Fahrt, Bear schreibt umständlich und Nebensächlichkeiten erhalten zuviel Raum. Die Personen blieben mir fremd und auch als ich an verschiedenen Stellen weiter hinten im Buch las, kam bei mir kein weiteres Interesse an der Geschichte auf.

Die Fortsetzung „Die Darwin-Kinder“ habe ich mir dann direkt gespart. Beide gehen also ungelesen in den Wiederverkauf. Schade.

 

Katzen und Gras

Unsere Katzen lieben Gras!

Jedesmal vor dem Füttern springen sie auf die Fensterbank in der Küche und knabbern an ihrem Grünzeugs herum.

Eine Packung hält so 1,5 Monate, dann werden die Halme trotz regelmäßigem Gießen schlapp und verwelken. Leider kann man das Grünzeugs auch durch Stutzen nicht wieder auf Vordermann bringen, so daß eine neue Aussaat nötig ist.

Im real,- oder bei Freßnapf gibt es zwar vorgezogenes Gras im Blumentopf, doch wir haben die besten Erfahrungen mit Cat-Gras von Vitakraft gemacht. Es wächst kräftig und lang, wie auf dem Foto zu sehen. Die Halme wurzeln fest im Keimstreu und lassen sich von den Katzen gut abfressen. Und es ist recht langlebig.

Degustation: blanc de noir

Dieser Wein wurde mir empfohlen, er sei etwas besonderes: aus roten Trauben gekeltert und dabei besonders behandelt, hat er eine sehr helle Farbe.

Der Geschmack ist frisch und fruchtig. Gut gekühlt ist er ein angenehmer Sommerwein.

Natürlich interessiert mich der kulturelle und technische Hintergrund dieses weißen Rotwein. Eine Suche im Internetz brachte jedoch völlig gegensätzliche Ergebnisse: entweder „kann man gut trinken“ oder „völlig überflüssige Resteverwertung“.

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Erlebnis im Restaurant

Am Nebentisch sitzt ein Paar, Mitte/Ende 50.

Der Herr schwadroniert über seine bevorstehende Pensionierung und wieviel Ablösung er rausschlagen könne. Daß sein Chef dann merken würde, welch gute Kraft er verlöre, schließlich sei er ja mit den Kunden in Kanada sooo eng, da würde sich der Herr aber umgucken. Auch Erlebnisse in Schottland und anderen Ländern läßt er weltmännisch ins Gespräch einfließen.

Er spricht einer Flasche Wein kräftig zu und je weiter der Abend fortschreitet, desto lauter wird seine Stimme und um so ausladender seine Gestik.

Die Dame ihm gegenüber lacht an passenden Stellen seiner Ausführungen recht gekünstelt auf. Sonst spricht sie wenig. 

Ob die beiden verheiratet sind? Beide tragen einen Ehering, gehen für ein Paar aber zu reserviert und distanziert miteinander um. Auch wenn sie von lange zurückliegenden, gemeinsamen Erlebnissen sprechen, klingt es seltsam fremd. Kein Wort über gemeinsame Freunde, Verwandte oder Kinder. Und doch deuten Bemerkungen auf eine Beziehung in jüngeren Jahren hin.

Meine Frau hat natürlich längst eine Theorie „Die hatten früher mal was zusammen. Haben sich dann aus den Augen verloren, sind mit anderen Partnern verheiratet und haben sich jetzt durch Zufall wieder getroffen. Beide sind in ihren Ehen nicht glücklich und suchen ein Abenteuer.“

Ich „Na, mit der großspurigen Art kriegt er die Frau aber nicht in die Kiste.“

„Ne, das glaube ich auch nicht,“ entgegnet meine Liebste, „Sie wippt oft so hektisch mit den Füßen. Als wollte sie am liebsten auf und davon. Das gibt nix.“

Leider kriegen wir nicht mit, wie der Abends für die beiden weitergeht. Wir haben unser Essen trotz der Ablenkung vom Nebentisch genossen und gehen. Sich zu lange an einem letzten Getränk festzuhalten wäre dann doch zu auffällig.

Asyl für Bücher, Teil 3

Diese „Bibliothek der Unterhaltung und des Wissens“ von 1928 habe ich auch aus der Riesenlieferung vor ein paar Wochen gerettet.

Anfangs lagen die Bücher tagelang auf meinem Schreibtisch rum. Dann habe ich mal darin geblättert und einige interessante Texte gefunden: so schrieb z. B. ein Opel Ingenieur über die Möglichkeit, Waren und Personen per Raketenbahn über weite Entfernungen schnell und günstig zu transportieren. Oder ein Arzt berichtete über die Entdeckung des sogenannten „Heufiebers“ Anfang des 19. Jahrhunderts und daß man den Körper der Betroffenen durch das Spritzen von verdünnten Pollenmengen gegen diese Überempfindlichkeit abhärten könne.

Diese fast 90 Jahre alten Bücher haben es wirklich verdient, in mein Bücherregal aufgenommen zu werden und werden mir sicher interessante Lesestunden bereiten.

Informationen über den Herausgeber und Verlag fand ich zuerst nicht. Nach intensiver Suche ergab sich dann folgendes:

Die „Bibliothek der Unterhaltung und des Wissens“ erschien zwischen 1876 und 1962, jeweils 13 mal im Jahr und wurden zuerst von Hermann Schönlein herausgegeben. Der Preis pro Buch betrug bis zum 1. Weltkrieg 75 Pfennig und richtete sich damit vor allem an mittlere und untere Gesellschaftsschichten.

1888 verkaufte Schönlein seinen Verlag aus gesundheitlichen Gründen an die Gebrüder Kröner, die ihren Verlag 1890 mit der Union Deutsche Verlagsgesellschaft in Stuttgart zusammenführten. Diese wurde 1978 aufgelöst.

Ein Jahr später als Union Verlag neu gegründet, landete er nach Aufkauf durch den Spektrum Verlag im Jahr 1981 und dessen Übernahme durch die Meisinger-Verlagsgruppe 1998 bei der Middelhauve Verlags GmbH. Seit 2002 gehört diese wiederum zum Julius Beltz Verlag.

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