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Die Welt um mich herum in Fotos und Texten

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Auf dem Supermarktparkplatz

Ich lade gerade die Reste des Einkaufs ins Auto, als mich jemand von der Seite anspricht „Manche Leute sind ja echt unglaublich.“

Hä? Wassn los?

Neben mir steht ein junger Mann, ca. 2 Meter groß, rasierter Kopf, verspiegelte Sonnenbrille, Arme und Beine voller Tatoos, das T-Shirt spannt sich über dem muskulösen Körper. Typ Hulk Hogan, aber in gutaussehend.

„Da… die Frau dort drüben auf dem Behindertenparkplatz,“ deutet er an mir vorbei, „die braucht den definitiv nicht.“

„Joh,“ sag ich, „die steht schon mindestens fünf Minuten da. Ist doch normal sowas.“

„Ne,“ meint er, ein feines Grinsen umspielt seine Mundwinkel, „Ich frag‘ die mal, ob das wirklich sein muß.“ und geht rüber.

Was er sagt, kann ich nicht verstehen, aber die Dame wirft ihren Motor an und fährt weg. Das Muskelpaket kommt zu mir zurück: „Ich habe sie gefragt, ob sie denn da stehen muß. Dort wäre doch für Schwerbehinderte reserviert, so wie das Ehepaar neben ihr. Und weißt du, was sie mir geantwortet hat?“

Ich „Sowas wie ‚Mein Mann holt nur mal eben Brötchen‘?“

„Ne,“ sagt er, „viel schlimmer: ‚Die Frau sitzt ja im Rollstuhl, der Mann doch nicht.‘ Sowas kannste dir echt nicht ausdenken!“ Er tippt sich an die Stirn, wünscht mir noch einen schönen Tag und geht seiner Wege.

In dem Moment parkt eine junge Frau ihren Hausfrauenpanzer auf dem Behindertenparkplatz, springt leichtfüßig aus der Kiste und läßt ihre Teengagerbrut smartphonespielend zurück.

Ne, sowas kann man sich echt nicht ausdenken!

 

Volltreffer

Vorhin, beim Aussteigen aus dem Auto vor der Firma, wunderte ich mich über den kräftigen Geruch nach Scheiße. 

Ein kurzer Rundgang um’s Auto brachte die Lösung: ich hatte einen unter Blättern versteckten Riesenhaufen platt gefahren. Der Menge nach von einem Brontosaurier, klebte die braune Masse am Reifen und qualmte vor sich hin. Würg!!!

Designänderung

Feinkost Albrecht hat das Design ihres Katzenfutters geändert.

Das ist jetzt erst mal nichts Schlimmes und bleibt ihnen natürlich unbenommen, aber ich habe damit so meine Probleme.

Die „Feine Pastete mit Huhn“ strahlt jetzt in freundlichem türkis. Eine Farbe, die ich so gar nicht mit einem Huhn verbinde.

Außerdem kaufe ich bei Standardartikeln immer nach Farbe ein: „Katzenfutter im Aldi? Rot, blau, braun, gelb. Paßt. Weiter.“

Und nun muß ich am Regal aus meiner Einkaufsmeditation aufwachen und die richtigen Farben greifen.

Das geht ja mal gar nicht!

Kleine Ursache, große Wirkung

Vor zwei Wochen muckte unser Staubsauger rum. Bei einem Gerät, das gerade mal vier Jahre alt ist, sehr ärgerlich. Aber ein freundlicher Kollege bot mir an, ihn zu reparieren.

Die Fehlerursache war schnell gefunden: der Drehpotentiometer für die Saugstärke hat den Geist aufgegeben. (Auf dem Foto unter dem Loch in der Mitte verborgen.)

Die Fehlerbehebung gestaltete sich jedoch schwierig. Die Platine abzulöten war einfach, aber der verbaute Poti war ohne Beschriftung. Eine Suche im Internetz brachte keine weiteren Erkenntnisse und der Hersteller rückt auch nicht mit Informationen heraus.

Die gesamte Baugruppe soll als Ersatzteil ca. 120 Euro kosten. Für nur 50 Euro mehr kriegt man aber schon ein neues Gerät. Wirtschaftlich also völliger Blödsinn! Und vom ökologischen Wahnsinn spreche ich lieber nicht.

Da ich nun die Ersatzteilpreise kenne, werde ich das defekte Gerät in Einzelteilen verscherbeln. Damit ist die Finanzierung eines Neukaufs garantiert!

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