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Die Welt um mich herum in Fotos und Texten

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Degustation: Monteregio Di Massa Marittima

Ein Rotwein aus der südlichen Toskana, gekeltert aus Sangiovese Trauben.

Beim ersten Schnüffeln dachte ich an Marsala und erwartete eine zähflüssige, likörartige Suppe. Aber der dunkelrote Wein rann munter aus der Flasche und verströmte seinen angenehmen Geruch.

Der Geschmack war ebenfalls angenehm und hinterließ einen länger anhaltenden Likörgeschmack im Mund.

Zu einem Preis von nur 5€ bei Aldi gekauft, überrascht der Wein mit gutem Geschmack. Davon werde ich noch die ein oder andere Flasche kaufen.

Das Diesel Problem

So so, VW hat also bei den Abgaswerten ihrer Dieselfahrzeuge geschummelt.

In Amerika.

Wo man ja selbst bei kleinen Vergehen juristisch den Arsch bis über beide Ohren (und darüber hinaus) aufgerissen kriegt.

Jetzt mal unter uns Pastorentöchtern: wundert sich wirklich irgend jemand darüber?
Machen das die anderen Automobilhersteller vielleicht auch?
Und vor allem: warum wird jetzt darüber berichtet, sprich: wem nützt es?

Wir fahren ja auch einen Diesel. Gezwungenermaßen, weil es damals beim Kauf kein Fahrzeug mit für uns passender Ausstattung und Benzinmotor gab.

Um die Abgaswerte eines Diesel zu verbessern, bauen die Hersteller Partikelfilter ein. Dort werden die Rußteilchen während der Fahrt aufgefangen und bei hohen Temperaturen verbrannt.

Damit die nötige Hitze im Filter erreicht wird, muß man mind. 30 Minuten bei hohen Drehzahlen fahren, also auf der Autobahn. Im Stadtverkehr klappt das eher nicht.

Und dann meckert das Auto und ich bin gezwungen, Kilometer abzureißen. Sonst kann der Partikelfilter kaputt gehen und es wird sehr teuer!

Was ich mich jetzt frage: wenn doch die ganze Zeit Rußteilchen aufgefangen und bei passender Gelegenheit verbrannt werden, ist das wirklich umweltfreundlicher?

Ich weiß es echt nicht und leider haben wir auch keine Alternative zur Hand. Unbefriedigend das Ganze, sehr unbefriedigend.

An der Fleischtheke

Beim Einkauf. Ich stehe an Fleischtheke und harre der Dinge, die da kommen.

Die Bedienung müht sich für die Frau vor mir an einem großen Stück Fleisch ab. Mit Axt und Messer traktiert sie die rote Masse wieder und wieder. Entweder ist der Knochen widerstandsfähiger als gedacht oder sie schwächer als angenommen; jedenfalls kommt die Gute nicht zum erhofften Ergebnis.

„Lassen Sie mal,“ meint die Kundin, „das geht schon so.“

„Wirklich?“ seufzt die junge Frau, „der Knochen ist aber echt hart.“ und führt noch zwei, drei verzweifelte Schläge mit der Axt aus.

„Doch, doch,“ antwortet die Kundin, „das ist wirklich ok.“

Schnell verpackt die Verkäuferin das blutige Gemetzel und reicht die Tüte mit einem erleichterten „Vielen Dank für Ihr Verständnis.“ über die Theke.

Neben mir lehnt ein älterer Herr schnaufend an der Theke. Der leicht fleckige, blaue Jogginganzug spannt sich stramm über dem mächtigen Bierbauch. Er hat das Ganze mißmutig knurrend verfolgt und nölt jetzt: „Na, das müssen wir aber noch mal üben.“ Dann klatscht er mit der flachen Hand auf das Glas und zieht ab.

Es gibt doch immer noch Menschen, die mich überraschen können.

 

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