Die Welt um mich herum in Fotos und Texten

Kategorie: Stadt (Seite 15 von 35)

Wildbeobachtungen in der Stadt

Nachdem ich in den vergangenen Jahren öfter das Vergnügen hatte, verwilderte Einkaufswagen in der Stadt zu beobachten, ist es mir nun gelungen, das Paarungsverhalten dieser seltenen Spezies zu dokumentieren.

Das Männchen führt einen komplizierten Balztanz durch: es umfährt das Weibchen geräuschvoll, wobei es sich auch von Bordsteinen und Kanaldeckeln nicht beeindrucken läßt. So zeigt es seinen Mut und seine Kraft, mit der es die neue Familie beschützen will. Kräftig klappert es mit dem Kindersitz und zeigt ihr, daß er die Brut sicher tragen wird und daher der Richtige für sie ist.

Dieses geräuschvolle Werben kann über Stunden hinziehen und ist nicht immer von Erfolg gekrönt. Wenn das Weibchen jedoch das Männchen erwählt, ziehen sich beide zu einer kurzen, aber heftigen Paarung zurück.

Nach einer kurzen Tragzeit von nur wenigen Tagen bringt das Weibchen einen kleinen Einkaufskorb zur Welt, der ohne Räder ganz auf die Fürsorge und den Schutz der Eltern angewiesen ist.

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Auf dem Friedhof

Um meiner Gesundheit was Gutes zu tun (sprich: etwas Gewicht zu verlieren), habe ich beschlossen, in der Mittagspause spazieren zu gehen. Durch Zufall bin ich auf den Friedhof in der Nähe der Arbeit gegangen.

Was ich dort an monumentalen Grabstätten gesehen habe, ist einfach überwältigend! Einige unserer Vorväter hatten im 19. und beginnenden 20. Jahrhundert eine Bestattungskultur mit überlebensgroßen Figuren und dramatischen Szenen entwickelt.

Natürlich sind dies nicht die Gräber einfacher Bürger oder Arbeiter. So haben reiche Industrielle für sich und ihre Nachkommen einen Ort geschaffen, der dem Geschmack der damaligen Zeit entsprach. Einige der Grabstellen werden bis heute genutzt.

 

Den Weltuntergang ausgenutzt

Samstag abend, 20:30 Uhr, während der wichtigsten Fernsehsendung der Woche, fiel bei uns der Strom aus. Und innerhalb von Minuten war klar, daß es nicht nur unsere Wohnung oder das Haus betraf, sondern den ganzen Stadtteil.

Im Hausflur trafen sich die Nachbarn und diskutierten aufgeregt. Die verwirrte Frau von oben war überzeugt, daß das der Weltuntergang wäre und ließ sich nicht beruhigen.

Ich stand währenddessen am Fenster und schaute in den Himmel. Ohne die Lichtverschmutzung draußen konnte ich dort oben die Abermillionen Sterne und die Milchstraße sehr gut erkennen. Ein Anblick, der mich an einen Familienurlaub in den Bergen erinnerte, als wir solch einen Anblick jeden Abend genießen konnten.

Und ich bedauerte die Stadtmenschen, die sich durch Dummheit dieses Wunder vorenthalten.

 

Asoziales Dreckspack

Vorhin, beim Einkaufen: als wir aus dem Laden kommen, hat neben uns ein Jeep eingeparkt. Eine 5-türige Riesenkiste, die mit eingeschlagenen Vorderräder völlig schief in der Parkbucht steht. Und natürlich ist es wieder jemand, der ohne Not auf einem Schwerbehindertenparkplatz steht, denn ein entsprechender Nachweis liegt nicht im Wagen.

Durch das bescheuerte Parken ist zwischen den Fahrzeugen gerade genug Platz für den Einkaufswagen, aber nicht für den Rollstuhl.

Ich will den Fahrer an der Info ausrufen lassen, damit er seinen Schrotthaufen wegsetzt, aber meine Frau drängt nach Hause und nimmt die Krücken für das kurze Stück zur Beifahrertür.

Das sind so Momente, wo ich mir Captain Kirks Phaser wünsche, um diese Ansammlung Blech zu einem Haufen Asche zu verbrennen.

Während ich den Einkauf verstaue, hoffe ich, daß der Fahrer zurück kommt. Durch die geöffnete Seitentür versperre ich ihm den Weg und würde ihm ein freundliches „Tja, was Sie durch das unberechtigte Parken auf einem Schwerbehindertenparkplatz an Zeit eingespart haben, müssen Sie jetzt warten, bis ich eingeladen habe“ entgegenschalmeien.

Leider wird daraus nichts. Als ich den Einkaufwagen wegbringe, kommt ein altes Paar angeschlichen und steigt in den Jeep. Leute jenseits der 70 und optisch überhaupt nicht die Käufergruppe für solch ein Fahrzeug. Sie sehen eher wie die armen Eltern der Autobesitzer aus. Ich muß spontan an Cletus Spuckler aus Springfield denken.

Vorher – Nachher

Eins muß man sagen: die Leute der Straßenreinigung haben zur Zeit verdammt viel zu tun. Und es reicht ja nicht, mal eben die Straße entlang zu fahren und gut ist.

Nein, in der nächsten Woche liegen wieder Unmengen Blätter rum, die weggefahren werden wollen.

Und so habe ich heute in echter Sesamstraßen Art ein wunderbares „Vorher – Nachher“ Foto machen können.

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