Die Welt um mich herum in Fotos und Texten

Kategorie: Arbeit (Seite 3 von 46)

Email oder Spam?

Morgens im Büro ist unsere erste Aufgabe, Emails zu prüfen. Oft, viel zu oft ist Spam im Posteingang. Es sind die bekannten Sachen wie „I need your urgent help“, „Business Opportunity“, „Save money quick“ und ähnlicher englischer Kram.

Inzwischen sortieren wir das schon alleine anhand des Betreffs aus, es landet direkt im Spam Ordner und der Absender wird gesperrt.

Heute morgen war wieder so ein Mail im Postfach: „ONE BILLION RISING“. Genervt wollte ich gerade mit dem Spam-Hammer drauf kloppen, als ich bemerkte, daß es von einer Kollegin kam. Ein kurzer Blick auf den Inhalt ergab, daß es um eine Aktion der Stadt ging. Nur, wer denkt sich so einen spammäßigen Betreff aus? Unfassbar!

Gleichzeitig verspürte ich eine gewisse Pflicht, der Kollegin die Gefahr zu schildern, in der sie sich durch dieses Mail befand und tippte eine freundliche Antwort.

„Hallo Kollegin, beinahe hätte ich Sie wegen dieses Betreffs hier gesperrt. Wir kriegen so viel Spam rein, da geht so was ganz automatisch.

Ich frage mich, wer heutzutage solche Betreffs schreibt, echt! Das ist feinstes Nigeria-Connection Zeugs.“

Ihre Antwort kam sehr schnell: „Hallo Kollege, Ihren Einwand verstehe ich nicht und wie Sie vielleicht im Absender entnehmen können, ist es auch keine E-Mail, die ich geschrieben habe.
Wenn Sie das Thema nicht interessiert, kann es ja sein, dass es trotzdem bei anderen gut ankommt.
Auf jeden Fall freue ich mich, dass Sie noch nie mit Gewalt in Berührung gekommen sind. Weiter so!“

Ähm, ja, alles klar. Ich bewundere, wie man sich mit drei knappen Sätzen so ins Abseits manövrieren kann.

Fummelrolf

Manche meiner Kollegen haben Spitznamen, die sich oft aus bestimmten Körpereigenschaften herleiten. So z. B. der Dicke, Asterix und Obelix oder Schlafmütze.

Was sich jetzt der Kollege vom Außenlager geleistet hat, übertrifft aber alles.

Anruf meiner Kollegin „Hömma, Rolf, ich hatte gerade eine Kundin in der Leitung, die hatte wohl vorher mit dir telefoniert. Sie sprach von einem ’netten jungen Mann‘.“

Rolf „Ja, das werde dann wohl ich gewesen sein. Obwohl ich ja mehrere Namen habe. Man nennt mich auch Fummelrolf.“

Kollegin „WAAS?“

Rolf „Ja, isso! Wir hatten hier eine Besprechung wegen sexueller Belästigung am Arbeitsplatz und sind einstimmig zu dem Beschluss gekommen, daß nicht jeder jeden belästigen soll, sondern daß es dafür einen extra Beauftragten geben soll. Und da ich der bestaussehende Mitarbeiter hier bin, fiel die Wahl auf mich.“

Kollegin „Äääh, wie jetzt?“

Rolf „Ja, ich bin halt auch handwerklich sehr begabt und habe gelenkige Finger. Natürlich musste ich erst noch eine Schulung beim Gesundheitsamt machen und bin jetzt staatlich zertifizierter Fummelrolf.“

Meine Kollegin ist völlig verwirrt und hat verstörende Bilder im Kopf.

Arbeitsweg am Wintermorgen

Ich fahre aus meiner Wohngegend raus (30 Zone) und muß an der nächsten Kreuzung rechts abbiegen. Von vorne kommt mir ein Van oder SUV entgegen und blendet mich.

Als er an mir vorbei ist, habe ich eigentlich freie Fahrt, aber war da nicht ein Schatten von links?

Ich zögere kurz und in dem Moment saust ein Radfahrer vor mir her: dunkles Fahrrad, dunkle Kleidung, schwaches Licht vorne und hinten am Rad. Der ist, für mich unsichtbar, hinter dem Gegenverkehr vorbei und hätte sich sauber über meine Motorhaube gelegt.

Leute! Seid sichtbar! Gerade jetzt!

Geschichten von der Arbeitsfront 2

Freitag Vormittag, 11:10 Uhr, Anruf einer Dame „Ich habe eine komplette Küche, Schlafzimmerschränke und eine Couchgarnitur abzugeben. Hätten Sie Interesse?“

Kollege „Ja, gerne. Bis wann sollen die Sachen denn raus?“

Kundin „Das muß alles bis Montag weg.“

Kollege „Kein Problem. Wir haben Sonntag um 22 Uhr noch einen Termin frei. Das kostet allerdings 2000€ plus Wochenendzuschlag.“

Kundin „Waaaas? Wollen Sie mich verarschen?“

Kollege „Wieso? Wer hat denn damit angefangen?“

Klack, aufgelegt.

Geschichten von der Arbeitsfront 1

„Hast du die rote Couch schon verkauft?“ frage ich die Kollegin vom Lager.

Sie blickt verwirrt von ihrem Handy auf „Hä? Wat?“

„OB DU DIE ROTE COUCH VERKAUFT HAST!“

Erschrocken zuckt sie zusammen „Schrei mich doch nicht so an, ich bin sensibel!“

„ICH SCHREIE DICH SOLANGE AN, WIE ICH WILL. SCHLIESSLICH BIST DU NICHT MEINE FRAU.“

Eine Sekunde Ruhe, dann brüllendes Gelächter der Kollegen drumherum.

Ok, da habe ich meinem Ruf wieder Ehre gemacht.

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