Die Welt um mich herum in Fotos und Texten

Kategorie: Allgemein (Seite 17 von 36)

Früher war alles besser!

Diese Spruch, in meiner Jugend von älteren Menschen mit Nachdruck und Vorwurf gerne ausgesprochen, hat mich immer genervt. Ich fand die Welt, in der ich lebte, ganz toll so wie sie war.

Heute merke ich, daß mir der Satz auch manchmal in den Kopf kommt. Und dann beiße ich mir auf die Zunge, um ihn nicht laut rauszuposaunen. 
Ich glaube nämlich nicht, daß früher grundsätzlich alles besser war. Es ist wohl eher so, daß man in der Jugend einen engeren Horizont und naturgemäß weniger Erfahrungen hat. Nach der Schulzeit ändert sich das nach und nach. Einige wichtige Erlebnisse, die mein weiteres Leben prägten, hatte ich im Alter zwischen 16 und 25 Jahren: das erste Mal Hard Rock hören, der erste Kuß, der Tod geliebter Menschen und einiges mehr.

Im Nachhinein ist die Aussage „früher war alles besser“ teilweise richtig, weil ich in dieser Zeit viele Dinge gelernt und wichtige Erfahrungen gemacht habe. 

Aber was spricht dagegen, auch heute Neues zu lernen und neue Erfahrungen zu machen? Warum fällt mir das schwer? Könnte es sein, daß ich durch die alltägliche Routine zu sehr abgelenkt bin? Daß mir die Sicht auf und das Empfinden für Neues versperrt ist?

Könnte es sein, daß das Leben, das man als junger Mensch ja erst erfahren und erfüllen muß, in späteren Jahren deswegen schlechter erscheint, weil man oft vorher weiß, wie Sachen ablaufen oder wie Menschen reagieren werden? Daß man die Unbekümmertheit der Jugend verloren hat und deswegen frustriert ist? 

An der Fleischtheke

Beim Einkauf. Ich stehe an Fleischtheke und harre der Dinge, die da kommen.

Die Bedienung müht sich für die Frau vor mir an einem großen Stück Fleisch ab. Mit Axt und Messer traktiert sie die rote Masse wieder und wieder. Entweder ist der Knochen widerstandsfähiger als gedacht oder sie schwächer als angenommen; jedenfalls kommt die Gute nicht zum erhofften Ergebnis.

„Lassen Sie mal,“ meint die Kundin, „das geht schon so.“

„Wirklich?“ seufzt die junge Frau, „der Knochen ist aber echt hart.“ und führt noch zwei, drei verzweifelte Schläge mit der Axt aus.

„Doch, doch,“ antwortet die Kundin, „das ist wirklich ok.“

Schnell verpackt die Verkäuferin das blutige Gemetzel und reicht die Tüte mit einem erleichterten „Vielen Dank für Ihr Verständnis.“ über die Theke.

Neben mir lehnt ein älterer Herr schnaufend an der Theke. Der leicht fleckige, blaue Jogginganzug spannt sich stramm über dem mächtigen Bierbauch. Er hat das Ganze mißmutig knurrend verfolgt und nölt jetzt: „Na, das müssen wir aber noch mal üben.“ Dann klatscht er mit der flachen Hand auf das Glas und zieht ab.

Es gibt doch immer noch Menschen, die mich überraschen können.

 

Reine Körperbeherrschung

Heute morgen im Bad, kurz vor dem Abflug zur Arbeit.

Ich „So, jetzt gehen wir nochmal schön Pipi machen und dann reiten wir los.“

Körper „Nö.“

Ich „Wie jetzt? Es ist spät, wir haben doch keine Zeit!“

Körper „Ich verspüre eine Präsenz, die ich schon lange nicht mehr hatte.“

Ich „Nein!“

Körper „Doch.“

Ich „Oooh.“

Körper „Der Rotz muß raus, sonst kriegt der Mann Pickel.“

Ich „Oh Mann, ist doch Scheiße!“

Körper „Jaaaaaaa.“

Und deswegen bin ich heute zu spät zur Arbeit gekommen.

Designänderung

Feinkost Albrecht hat das Design ihres Katzenfutters geändert.

Das ist jetzt erst mal nichts Schlimmes und bleibt ihnen natürlich unbenommen, aber ich habe damit so meine Probleme.

Die „Feine Pastete mit Huhn“ strahlt jetzt in freundlichem türkis. Eine Farbe, die ich so gar nicht mit einem Huhn verbinde.

Außerdem kaufe ich bei Standardartikeln immer nach Farbe ein: „Katzenfutter im Aldi? Rot, blau, braun, gelb. Paßt. Weiter.“

Und nun muß ich am Regal aus meiner Einkaufsmeditation aufwachen und die richtigen Farben greifen.

Das geht ja mal gar nicht!

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