Die Welt um mich herum in Fotos und Texten

Autor: Martin (Seite 176 von 274)

Erlebnisse beim Jobcenter

Die folgende Geschichte ist einem Kollege diese Woche passiert. Ich habe die handelnden Personen und Orte verändert, aber alles so notiert, wie er es erzählt hat.

Der Kollege, nennen wir ihn Dieter, war bis Ende Oktober bei uns in einer Entgeldstelle beschäftigt (d. h. sein kleines Gehalt wird zu 75% vom Jobcenter finanziert). Ab November wurde ihm überraschenderweise ein 1,50€ Job bis Ende des Jahres bei uns bewilligt. Irgendwie hat das Jobcenter jedoch gepennt und zu viel gezahlt. Das Geld fordern sie natürlich zurück und solange wird sein neuer Antrag auf ALG2 nicht bearbeitet.

Also ging er die Tage mit allen Unterlagen zu seinem Sachbearbeiter. „Ja, ähm, da weiß ich jetzt auch nicht. Ich finde Ihre Akte nicht. Warten Sie mal draußen.“
Dieter wartet 30 Minuten brav vor dem Zimmer, um dann zu erfahren, daß seine Akte zur Hauptstelle geschickt wurde, weil ja Forderungen gegen ihn bestehen. „Gehen Sie doch mal dahin, 5. Stock, Zimmer 532. Die können Ihnen helfen.“

Er fährt also, leicht genervt, dorthin und sucht das Zimmer. Aber es ist keine Nummer 532 zu finden, die größte ist 517. Nach einigem Rumgelaufe fragt Dieter einen Mitarbeiter auf dem Flur und erfährt, daß er nur durch einen Nebeneingang zum gewünschten Zimmer gelangt. So muß er die fünf Etagen runter, einmal ums Gebäude, die nächsten fünf Etagen hoch und findet endlich sein Ziel.
Der Sachbearbeiter dort ist sehr freundlich und hilfsbereit und sie klären die Angelegenheit schnell. „Gehen Sie doch jetzt nochmal zu Ihrem Sachbearbeiter und sagen Sie ihm, was wir besprochen haben. Ich schicke Ihre Akte heute noch zurück.“

Dieter macht sich erneut auf den Weg und trifft in der Nebenstelle seinen Sachbearbeiter, der gedankenverloren aus dem Bürofenster starrt. „Haben Sie einen Termin?“ – „Ähm, ich war doch vorhin hier, Sie haben mich zur Klärung zur Hauptstelle geschickt.“ – „Wenn Sie keinen Termin, müssen Sie in der Eingangszone nachfragen.“
Dort sind inzwischen all die Langschläfer erschienen und es ist brechend voll. Da Dieter keine Lust hat, ewig lange zu warten, drängelt er sich bei erstbester Gelegenheit einfach vor. „Aber da müssen Sie mit Ihrem Sachbearbeiter sprechen. Ich kann da nichts machen.“ – „Da war ich gerade, aber er hat gesagt, ich brauche einen neuen Termin.“ – „Dann warten Sie mal draußen.“

Dieter wartet vor dem Zimmer und wird nach 30 Minuten rein gerufen. „Ihr Sachbearbeiter liest sich in die Akte rein und wird Sie heute anrufen.“ – „Aber die Akte liegt doch in der Hauptstelle, da war ich vorhin.“ – „Ihr Sachbearbeiter ruft Sie an, hat er gesagt.“

Gegen 16 Uhr kommt der versprochene Anruf. „Ja, also, ich kann im Moment nichts machen. Ich habe Ihre Akte nicht vorliegen.“ – „Ich weiß, die liegt in der Hauptstelle. Da war ich ja heute morgen und habe die Sache geklärt.“ – „Ich rufe Sie dann morgen an.“

Bei diesem Verhalten der Mitarbeiter im Jobcenter ist es doch nur verständlich, wenn dort Leute ausrasten und mit Äxten, Hämmern oder Benzinkanistern rumtoben.

Hilfe, sie verfolgen mich!

Nicht nur, daß sie mich mit ihrer grausamen Radio- und TV-Werbung quälen. Nein, jetzt verfolgen sie mich auch noch mit ihren Autos!

Aber nein, ich lasse die kleine Macke in der Frontscheibe NICHT reparieren! Sie ist schon viel zu lange drin und hat tausende Schlaglöcher ohne Probleme überstanden. Außerdem lohnt sich das für die letzten Monate gar nicht mehr.

So, damit ihr es wißt!!!

 

 

Das letzte Geleit [Updates]

Heute morgen haben wir unseren lieben Ex-Kollegen Hans zu Grabe getragen. Er ist letzten Sonntag im Alter von nur 53 Jahren gestorben. Unsere Abteilung war mit fünf Kollegen inkl. Chef vertreten.

Die Feier war allerdings recht unbefriedigend:

  • Der Pastor sprach ziemlich leise und hatte zusätzlich einen (englischen?) Akzent.
  • Teilweise sprach er mit dem Rücken zur Trauergemeinde.
  • Er hat ein paar Lebensstationen von Hans aufgezählt, aber kaum etwas zu seinem Leben oder seiner besonderen humorvollen Art gesagt.
  • Die Akustik/Technik in der Kapelle war so schlecht, daß wir wenig verstanden haben.
  • Es wurden nur zwei Lieder gespielt, nichts gesungen.
  • Es lag kein Kondolenzbuch aus.
  • Der Weg zum Grab war länger als die Andacht.

Als wir vom Grab weggingen, meinte der Chef: „Das war ja wohl nichts. Was Hans dazu gesagt hätte?“ und wir haben zustimmend genickt. Es war einfach „kurz und schlecht.“

Wir wissen aber nicht, was und wieviel die Familie vorher mit dem Pastor besprochen hatte oder ob es so genau richtig für sie war. Und das ist in diesem Fall ja die Hauptsache.

Was uns gut gefallen hat, war der Sarg: schlichtes helles Holz mit dunklen Beschlägen. Dazu Blumen in rot/weiß sowie Kränze von der Familie und ein Gesteck von uns.

[Update 1]
Ein Kollege hat jetzt erfahren, daß es ein sogenanntes „Armenbegräbnis“ war. Die Familie lebte in den letzten Jahren von ALG2 und hatte daher keine Bestattungsvorsorge treffen können. Da werden die nötigen Kosten vom Amt übernommen. Und nötig ist wohl nur das billigste und einfachste.

Natürlich kann man nicht auf Kosten der Allgemeinheit eine Riesenfeier abhalten. Aber diese Trauerfeier widersprach allem, was ich bei den vielen Begräbnissen in meiner Familie bisher erlebt habe. Selbst bei so schwierigen finanziellen Verhältnissen muß doch die Würde des Verstorbenen und die Trauer der Hinterbliebenen geachtet werden!

[Update 2]
Vor ein paar Jahren habe ich mal ein Foto von Hans geschossen und mit verschiedenen Aussprüchen von ihm verziert. Nach Rücksprache mit den Kollegen steht nun eines davon bei uns im Büro.

Den Spruch „Ihr seid doch alle bescheuert!“ haben wir oft gehört, wenn Hans mal wieder an seinen Mitarbeitern verzweifelte. Meist haben wir darüber gekichert und nachdem er uns die Sache geschildert hatte, war sein Zorn auch verraucht. Überhaupt konnte er nie lange jemandem böse sein und der Ausdruck „Harte Schale, weicher Kern“ beschreibt ihn am besten.

Er wird in unseren Herzen weiterleben!

Werbung mit Englisch

Auf dem Weg zur Arbeit stach mir diese Plakat ins Auge. Ich frage mich, welches kranke Werbetexterhirn diesen Spruch abgesondert hat. Ist es wirklich nötig, hier mit einem Anglizismus zu arbeiten? „Miet mich!“ hätte zwar nicht diese Lautverdoppelung, um die es wohl geht, aber es wäre ebenso treffend, knackig und für jeden verständlich.

Aber wir sind ja sooo toooll mit dem „Miet me!“

Trottel!

 

 

Makrofotografie mit dem iPhone

Vor kurzem fand mein Lieblingskollege einen Artikel bei Spiegel online, der beschreibt, wie man aus der Kollimatorlinse eines DVD Laufwerks eine Makrolinse für ein Smartphone bauen kann.

Natürlich mußten wir es ausprobieren. Die Demontage des Laufwerks war schnell gemacht und die Linse ließ sich einfach ausbauen. Auch das Ankleben vor der Optik des iPhone war nicht schwierig. Aber dann kriegten wir einfach kein sauberes Bild hin, weder mit dem iPhone 3G noch mit dem 4.

Gerade wollten wir aufgeben, da entdeckte ich zufällig, daß man ganz nah an das zu fotografierende Objekt rangehen muß, quasi die Optik drauflegen. Der Schärfenbereich ist minimal und die kleinste Bewegen des iPhones läßt das Bild sofort verschwimmen. Doch die so hart erkämpften Ergebnisse sind beeindruckend.

Als Motiv diente die nun nutzlose Platine des DVD Laufwerkes. Zum Größenvergleich habe ich als letztes ein Foto davon angehängt und Hinweise zu den einzelnen Aufnahmen gemacht.

Die zweite Zeile in der Tabelle links unten

Links unten neben dem kleinen Chip mit dem gelbe Aufkleber

Vermutlich unter dem großen Chip

Der Schriftzug auf dem großen Chip

 

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