Die Welt um mich herum in Fotos und Texten

Autor: Martin (Seite 154 von 279)

Asoziales Dreckspack

Vorhin, beim Einkaufen: als wir aus dem Laden kommen, hat neben uns ein Jeep eingeparkt. Eine 5-türige Riesenkiste, die mit eingeschlagenen Vorderräder völlig schief in der Parkbucht steht. Und natürlich ist es wieder jemand, der ohne Not auf einem Schwerbehindertenparkplatz steht, denn ein entsprechender Nachweis liegt nicht im Wagen.

Durch das bescheuerte Parken ist zwischen den Fahrzeugen gerade genug Platz für den Einkaufswagen, aber nicht für den Rollstuhl.

Ich will den Fahrer an der Info ausrufen lassen, damit er seinen Schrotthaufen wegsetzt, aber meine Frau drängt nach Hause und nimmt die Krücken für das kurze Stück zur Beifahrertür.

Das sind so Momente, wo ich mir Captain Kirks Phaser wünsche, um diese Ansammlung Blech zu einem Haufen Asche zu verbrennen.

Während ich den Einkauf verstaue, hoffe ich, daß der Fahrer zurück kommt. Durch die geöffnete Seitentür versperre ich ihm den Weg und würde ihm ein freundliches „Tja, was Sie durch das unberechtigte Parken auf einem Schwerbehindertenparkplatz an Zeit eingespart haben, müssen Sie jetzt warten, bis ich eingeladen habe“ entgegenschalmeien.

Leider wird daraus nichts. Als ich den Einkaufwagen wegbringe, kommt ein altes Paar angeschlichen und steigt in den Jeep. Leute jenseits der 70 und optisch überhaupt nicht die Käufergruppe für solch ein Fahrzeug. Sie sehen eher wie die armen Eltern der Autobesitzer aus. Ich muß spontan an Cletus Spuckler aus Springfield denken.

Abschied und Begrüßung

Jedesmal, wenn ich im Flur hocke, um die Schuhe anzuziehen, kommt Paulinchen, umschnurrt mich und will am Bauch gekrault werden.
Anfangs war es ein Spiel von mir, um sie von meinen Schnürbändern fernzuhalten (damit spielen nämlich beide Katzen unheimlich gerne), aber inzwischen ist es ein festes Ritual geworden.

Genauso ist es, wenn ich nach Hause komme: Paulinchen kommt an, schnurrt, macht Böckchen und möchte gekrault werden. Wenn ich aus irgendeinem Grund nicht sofort reagiere, stellt sie sich an meinem Bein hoch und „klopft“ mit den Pfoten um Aufmerksamkeit.

1. Geburtstag

Heute (na ja, eigentlich am 29.2., aber den gibt’s ja dieses Jahr nicht) sind die beiden Flauschies 1 Jahr alt geworden.

Diese 12 Monaten waren logischerweise geprägt von den größten Veränderungen in ihrem Leben: Aufwachsen von einem winzigen Fellbündel zu einer stattlichen Flauschekatze, Umzug vom Elternhaus in unsere Wohnung, das Treffen neuer Menschen und Nachbarkatzen, der erste Tierarztbesuch, die Kastration, das erste Silverster usw.

Alles haben sie neugierig begutachtet und (bis auf die Silvesterböllerei) gut überstanden.

Abschied von Eva

Ende Januar ist die Kollegin Eva beim Sport ohmächtig geworden. Obwohl sie kurz darauf wieder zu sich kam, war sie so verwirrt, daß die anderen zur Sicherheit einen Krankenwagen riefen.

Im Krankenhaus haben die Ärzte einen Hirnschlag festgestellt und sie ins künstlichen Koma gelegt. Es war ein Schock für alle Mitarbeiter und obwohl ich sie nur vom Sehen kannte, war ich auch sehr betroffen. Da sie in der Nähe der Firma wohnte, kam ich jeden Morgen an ihrem Auto vorbei und habe dann immer ein kurzes Gebet für sie gesprochen.

Leider haben alle guten Wünsche nicht geholfen. Nach einer Woche hatten die Ärzte keine Hoffnung mehr; das Gehirn war zu schwer geschädigt und die vitalen Funktionen wurden nur noch künstlich erhalten. Schweren Herzens hat die Familie dem Abschalten der Maschinen zugestimmt.

Eva ist im Alter von nur 44 Jahren gestorben.

 

Degustation, die dritte

Am Wochenende habe ich die letzte Flasche aus der großen Sammlung vom letzten Jahr geöffnet: einen Chateau du Tertre von 1999 (im Foto links).

Nachdem der letzte Versuch gründlich fehlgeschlagen war, war ich auf alles gefaßt. Der Korken ließ sich gut entfernen und aus der Flasche roch es angenehm erdig. Der Geschmack war ebenfalls sehr erdig und vollmundig.

Allerdings stellte ich bereits nach einem halben Glas fest, daß die 13% Vol. auf dem Etikett nicht zuviel versprochen waren bzw. die Lagerung wohl noch ein paar Prozente draufgepackt hatte. Eine wohlige Wärme breitete sich in meinem Körper aus und alles war ganz leicht. Wobei, der Weg durch die Wohnung war plötzlich sehr schmal geworden…

Dieser Wein gehört zu den hochklassigen Weinen, ist also nicht für mal eben zwischendurch, zum ordinären Runterkippen. Man muß in Ruhe ihn genießen!

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